Deutsche Post DHL Group

Die Bilanz eines "herausfordernden Geschäftsjahres"

Unzufrieden, aber dennoch zuversichtlich zeigte sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post DHL Group, Frank Appel, bei der Rückschau auf das vergangene Geschäftsjahr. Hervorzuheben sei, dass es dem Konzern auch in einem herausfordernden Umfeld gelungen ist, seinen Wachstumskurs fortzusetzen: Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 61,6 Mrd. Euro. Um Wechselkurseffekte und Portfoliomaßnahmen bereinigt betrug das Umsatzplus sogar 6,0 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 3,2 Mrd., was dem im Juni 2018 angepassten Ergebnisziel entsprach.

Diese Anpassung sei laut Appel nötig gewesen, da man bei PeP in der Vergangenheit einen zu starken Fokus auf den Ausbau des Marktanteiles und neue Geschäftsfelder gelegt hat und dabei Investitionen in das Kerngeschäft sowie Kosten und Erträge vernachlässigt habe. Dies habe der Konzern nun korrigiert: „Wir bündeln unsere Kraft jetzt neu für das, was unsere Aktionäre von uns erwarten. Wir transportieren, sortieren und stellen Dokumente und Waren zu. Das ist unser Auftrag. Darin sind wir die Besten. So einfach ist das.“

Das erste Quartal 2019 sei wie erwartet ausgefallen. Der Konzern ist erneut in allen fünf Bereichen gewachsen. Der Konzernumsatz stieg um über 4 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis lag – getrieben von einem signifikanten positiven Einmaleffekt – mit 1,2 Mrd. Euro um 28 Prozent über dem Vorjahreswert. „Mit diesem Auftakt liegen wir voll im Plan“, sagte Appel. Demnach soll das operative Ergebnis (EBIT) 2019 auf 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro steigen. Im Jahr 2020 soll das Konzern-EBIT dann mehr als 5,0 Milliarden Euro betragen. Das sei „ambitioniert, aber nicht überhöht“, so Appel.

Die wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns, das deutsche Paketgeschäft sowie das internationale Express-Geschäft, seien unverändert intakt. Doch auch die Frachtsparte und die Division Supply Chain hätten sich gut entwickelt. Die Restrukturierung des deutschen Post- und Paketgeschäfts komme gut und planmäßig voran. Das von der Bundesnetzagentur in Aussicht gestellte Volumen zur Erhöhung des Briefportos würde dem Konzern Spielraum verschaffen, um den strukturell bedingten Rückgängen im Briefgeschäft zu begegnen, hießt es aus dem Konzern. Höhere Preise seien die Voraussetzung für Investitionen in bessere Qualität und eine gute Bezahlung. Faire Entlohnung sei für Deutsche Post DHL Group sehr wichtig, so Appel. Denn langfristiger Erfolg am Markt gehe nur über beste Arbeitsbedingungen. In seiner Rede an die Aktionäre würdigte Frank Appel insbesondere den Beitrag der Mitarbeiter zum weltweiten Unternehmenserfolg. Mit rund 550.000 Beschäftigten sei der Konzern einer der größten Arbeitgeber der Welt. Allein im vergangenen Jahr habe das Unternehmen weltweit etwa 28.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Zudem habe das Unternehmen seit Ende 2015 mehr als 7.000 Geflüchtete ausgebildet oder beschäftigt. Die einzigartige Internationalität des Konzerns spiegele sich auch in der sehr hohen Diversität der Mitarbeiter wider. „Wir vereinen Menschen aus vielen Kulturen und mit vielen Ideen“, sagte Appel in Bonn. „Unsere Vielfalt macht uns stark.“

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