BVDM
Deutschland ist ein “Paradies für Möbelkäufer” – aber auf den Handel warten viele Herausforderungen
Nicht nur die Industrie, sondern auch der deutsche Möbelhandel spielt im internationalen Kontext eine vorbildliche Rolle. Darauf weist der BVDM in einer Situationsanalyse hin. In seinem Pressestatement spricht der Bundesverband
Nicht nur die Industrie, sondern auch der deutsche Möbelhandel spielt im internationalen Kontext eine vorbildliche Rolle. Darauf weist der BVDM in einer Situationsanalyse hin. In seinem Pressestatement spricht der Bundesverband sogar von Deutschland als „Paradies für Möbelkäufer“, die hierzulande von „erstklassiger Ware zu besten Preisen in kundenfreundlichem Ambiente mit Erlebnischarakter“ und gute Beratung profitieren.
Immerhin blickt der Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandel auf einen um 4,2 Prozent höheren Umsatz im Jahr 2015 zurück. Laut Hochrechnungen auf Basis des Standes Oktober wird die Jahresbilanz bei 32,6 Mrd. Euro Bruttoumsatz liegen. Durch den hohen Stellenwert, den die Gestaltung der eigenen vier Wände genießt, konnte die Branche dabei besser als der Einzelhandel insgesamt abschneiden. Und die Perspektiven sind angesichts bester Konsumstimmung, niedriger Arbeitslosenquote und geringer Sparzinsen weiterhin gut, so lautet die Einschätzung des BVDM. Auch die Talfahrt der Energiepriese trage dazu bei, dass derzeit mehr Geld fürs Möbelbudget bleibt. Positive Ausstrahleffekte auf Medien und Öffentlichkeit mit maßgeblichen Kaufimpulsen werden ausdrücklich auch vom Messe-Duo imm cologne und LivingInteriors erwartet.
Gleichwohl verschärfen sich auch die Herausforderungen für den Einrichtungshandel, unter anderem durch die wachsende Konzentration der Anbieter: Insbesondere durch Übernahmen erreichte der Marktanteil der Top-Ten im deutschen Möbelhandel 2015 mit einem Umsatz von über 16 Mrd. Euro über 50 Prozent und repräsentierte rund 23 Mio. Quadratmeter Verkaufsfläche. Hiervon werden 5,7 Millionen Quadratmeter – das ist ein Viertel der Fläche – von 165 Häusern mit mehr als 25.000 Quadratmetern Verkaufsfläche betrieben.
Küchenmöbel mit 28 Prozent Umsatzanteil gelten nach wie vor als die stärkste Warengruppe, gefolgt von Polstermöbeln mit 18 Prozent sowie Schlaf- und Wohnzimmermöbel mit jeweils 12 Prozent. Besonders Boxspringbetten sind unverändert ein absoluter Verkaufsschlager, allerdings zu Lasten der Schlafzimmerkastenmöbel.
Neben den großen Wohnkaufhäusern zählen auch die spezialisierten Fachgeschäfte zu den Gewinnern der Branche. Im Küchenhandel werden über 40 Prozent des Küchenabsatzes von Küchenspezialhäusern und Küchenfachmärkten erwirtschaftet, in keinem anderen Sortimentsbereich ist dies so stark ausgeprägt.
Ebenfalls wachsend ist der Onlinehandel mit etwa sechs Prozent des Branchenumsatzes (2 Mrd. Euro), zum Teil im Multichannelvertrieb. Hier sei der traditionelle Handel gefordert, sich noch gezielter auf die Veränderungen einzustellen, das heißt seine Kernkompetenzen, die Beratung, individuelle Planung und die fachgerechte Lieferung und Montage der Möbel und Küchen mit den Tools des Onlinehandels zu verbinden. Als Hilfsmittel, sich auf dem schwierigen Parkett des Online-Handels von Anfang an sicher zu bewegen, bietet der HDE eine Toolbox für BVDM-Mitgliedsunternehmen.
Immer mehr zur Belastung für den Handel werden laut BVDM auch die bürokratischen Auflagen, vorwiegend die EU-Bestimmungen aus Brüssel. So wurden eine Vielzahl an Informationspflichten sowie gesetzlicher Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren verschärft beziehungsweise neu geschaffen. Als Beispiel wird die Novelle des Elektro- und Elektronikgeräte-Gesetzes (ElektroG) mit noch ungeklärten Fragen genannt. Insgesamt fordert der BVDM von der Brüsseler und besonders von der Berliner Politik mehr Augenmaß für die Interessen und die Belastbarkeit des mittelständischen Möbel- und Küchenhandels. Wichtige Themen für den Bundesverband bleiben indes Lösungen in der Transportlogistik, die bereits durch das Projekt „ZIMLog“ (Zukunftsinitiative Möbellogistik) erfolgreich angeschoben wurde, sowie die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte durch die MöFa, deren Absolventen-Zahl dank guter Nachfrage mittlerweile auf über 20.000 Studierende geklettert ist.
Für den direkten Kontakt steht der Bundesverband morgen anlässlich des BVDM-Treffs am Messestand von 8.00 bis ca. 20.00 Uhr (B 013, bei den Hallen 4 und 5) zur Verfügung. Hier findet ein abendliches Get Together der Mitglieder und Partner des BVDM sowie der Dozenten, Studierenden und Absolventen der Möfa statt.

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