Machalke

Deutschland-Abschied steht bevor

Bye, bye Machalke. Der Polstermöbelhersteller wird seine Produktion in absehbarer Zeit „komplett ins Ausland verlagern und sein Stammwerk in Hochstadt aufgeben", heißt es in einem Bericht des „Obermain Tageblatts", das sich auf einen Sprecher der Geschäftsleitung beruft. Seinen Informationen zufolge laufe die Verlagerung auf Raten seit etwa einem Jahr. Teile des Unternehmens seien bereits im Großraum Sarajevo etabliert worden. Damit lichtet sich die Riege der oberfränkischen Polstermöbelhersteller weiter. FM Munzer ist insolvent, und Ultsch Polstermöbel gibt den Betrieb zum Jahresende auf.

Machalke gehört seit 2015 zur Prevent-Gruppe. Davor hatte das Familienunternehmen, das sich als Lederspezialist positioniert hat, mehrmals Inhaber und Führungspersonal gewechselt. 2001 ging Machalke an die deutsche Mapo Gruppe, aus der 2009 die Schweizer De Sede Gruppe hervorging. 2015 verkaufte De Sede, längst selbst in Händen neuer Besitzer, Machalke an die Firma Neofacture Furniture mit Sitz in Wolfsburg, die die Möbelaktivitäten der Prevent-Gruppe bündeln sollte.

Jetzt nennt der Machalke-Sprecher, laut Bericht des „Obermain Tageblatts", „jahrelange Geschäftsverluste und Umsatzrückgänge, entstanden vor allem durch einen ,radikalen Preisverfall' auf dem deutschen Möbelmarkt und nicht mehr bezahlbare Produktion in Deutschland als Hauptgründe für die Entwicklung bei Machalke. Man wolle zunächst erreichen, dass zumindest kostendeckend gearbeitet werde. Es sei darum gegangen, ,Zugang zu niedrigeren Löhnen' zu ermöglichen. Die Polstermöbelproduktion in Deutschland werde immer unrentabler." Angeblich verdient ein deutscher Polsterer acht- bis zehnmal so viel wie vergleichbare Mitarbeiter in Niedriglohnländern.

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