BBE München

Deutsche Warenhaus-Ehe wird konkreter

Mit einem Brief an Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat Eckhard Cordes, Chef der Kaufhof-Mutter Metro, jetzt einen konkreten Vorstoß zur Fusion der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof gestartet. Medienberichten zufolge sollen sich laut dem Schreiben neben Metro die Vermieter der Kaufhaus-Immobilien und Banken an der neuen Warenhaus AG beteiligen. Die Karstadt-Mutter Arcandor werde in dem Konzept nicht erwähnt.

Arcandor schreibt derzeit rote Zahlen. Deshalb hatte das Unternehmen öffentliche Bürgschaften in Höhe von 650 Mio. Euro beantragt. Ohne diese Mittel drohe ihm die Pleite. Cordes hatte daraufhin vorgeschlagen, beide Kaufhaus-Konzerne in einer "Deutschen Warenhaus AG" zu bündeln.

Die BBE Handelsberatung München geht davon aus, dass bei einer Warenhaus-Ehe einige Filialen geschlossen würden. Neben unprofitablen Häusern stünden auch zahlreiche Filialen in den Städten auf dem Prüfstand, in denen beide Konzerne vertreten sind - so zum Beispiel in Berlin, Hamburg, München oder Köln.

Bevor es zur Fusion kommt, müsse jedoch auch das Kartellamt zustimmen - eine größe Hürde. "Fraglich ist allerdings, auf welche Basis man die Marktanteile bezieht" entgegnet Markus Wotruba, Leiter der BBE-Standortforschung. Zwar wäre die neue Gesellschaft im Bereich der Warenhäuser mit einem Anteil von geschätzten 40 Prozent Marktführer, jedoch beliefe sich der Marktanteil am gesamten Einzelhandelsumsatz in Deutschland auf lediglich 3 bis 4 Prozent. "Ob dies vor dem Hintergrund der politischen Kräfteverhältnisse ausreicht, um eine Fusion kartellrechtlich zu untersagen ist fraglich."

Durch eine Ministererlaubnis könne die Zustimmung des Kartellamtes zudem umgangen werden.

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