VdDK

Deutsche Küchenmöbelindustrie erwartet kein Katastrophenjahr

Mehr als zehn Prozent Umsatzzuwachs (10,11%) konnte die deutsche Küchenmöbelindustrie bis Juli 2022 erwirtschaften. Damit hat sich die Branche auch im langjährigen Vergleich auf sehr hohem Niveau behauptet. Während das Inland mit 9,23 Prozent zulegte, kam das Exportwachstum auf 11,21 Prozent (die Quote am Gesamtumsatz beträgt 44,8%). Wobei das Wachstum insgesamt durch Mengen- und Wertsteigerungen getrieben ist und ebenso die Preisanpassungen ihren Anteil daran haben. Zugleich bildeten die beiden Sommermonate Juni und Juli bereits erste Anzeichen einer Kaufzurückhaltung ab (Juni: -0,05%, Juli: -5,45% laut Destatis).

Trotzdem gebe es keinen Grund, in Negativstimmung zu verfallen. Dies machten heute Stefan Waldenmaier als VdDK-Vorstandschef und Jan Kurth, Geschäftsführer des Branchenverbands, auf der heutigen Jahreswirtschaftspressekonferenz deutlich. Denn die Industrie verfüge zunächst noch über ein gutes Auftragspolster, das bis zum Jahresende auf jeden Fall für ein Plus von etwa zehn Prozent reiche. Vor allem zeige sich die Branche aber, auch im internationalen Wettbewerb, als robust, zumal sie sehr prozess- und datenorientiert aufgestellt sei. Gerade der Export bleibe eine wichtige Säule fürs Geschäft.

Angesichts unverändert hoher und oftmals kaum kalkulierbarer Belastungen – nach Material- nun verstärkt durch Energiekosten – sei es für die Unternehmen existenziell, diese sehr schnell in der Kette weiterzugeben, betonte dazu nochmals Jan Kurth. Daneben forderte er Unterstützung durch die Politik, die Energiekosten zu deckeln: „Das Fundament, auf dem unsere Branche steht, ist stark belastbar. Jedoch gibt es Grenzen der Belastbarkeit, bei deren Überschreiten wir als Mittelständler öffentlich Gehör und Akzeptanz finden müssen!“

Zudem gilt für Stefan Waldenmaier: „Die Jahre 2023 und 2024 werden anspruchsvoll und anstrengend. Unser Wohlergehen als Branchenzweig hängt dabei nicht nur von der reinen Kostenseite und von der Entwicklung volkswirtschaftlicher Kennziffern ab. Maßgeblich wird die mentale Wahrnehmung beim Verbraucher werden.“ Deshalb sei es opportun, auch mit Blick auf das kommenden Jahr zuversichtlich zu bleiben und keine Katastrophenstimmung zu verbreiten.

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