Küchen Partner-Vorstand Thomas Singer zur MHK-Integration

“Der Schritt ist keine Luftnummer”

Zum 1. Januar werden die Küchen Partner Teil der MHK Group. Nach der Abstimmung auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 30. Oktober, bei der 82,1 Prozent der rund hundert anwesenden Aktionäre

Zum 1. Januar werden die Küchen Partner Teil der MHK Group. Nach der Abstimmung auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 30. Oktober, bei der 82,1 Prozent der rund hundert anwesenden Aktionäre für das Integrationskonzept votiert hatten, geht es nun um die Umsetzung. Gegenüber moebelkultur.de gab Vorstand Thomas Singer dazu jetzt ein kurzes Statement.

Ausschlaggebend für das Zusammengehen waren ganz klar die deutlich besseren Einkaufskonditionen der MHK, bestätigt Singer. Klar sind auch die Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten weiterer Synergien im Bereich der MHK-Tochtergesellschaften (Carat, Cronbank etc.). Details zu den Integrationsverträgen will er nicht verraten, sondern diese erst einmal mit den 350 deutschen und österreichischen Küchenstudios in Einzelgesprächen klären.

Dabei wird es nicht nur um die Zukunft der AG und den Verbleib der Aktien gehen, die immerhin sehr hoch bewertet sein sollen. Herausstellen muss sich noch: Werden alle Händler als Kommanditisten zur neuen Küchen Partner GmbH & Co. Handel KG wechseln? Wie gestaltet sich die Mitbestimmung, das Sortiment und vor allem die Teilnahme in der ZR, die bei MHK Pflichtbedingung ist. Dabei stellt sich die Frage, wie viele den Schritt dann tatsächlich mitgehen können. Bisher sind schätzungsweise rund ein Fünftel der Küchen Partner wegen der schwachen Bonität nicht in der Zentralregulierung mit Delkredere.

„Wir haben den Schritt mit dem Aufsichtsrat genau überlegt und es geht hier nicht um eine Luftnummer,“ beteuert Singer. Formal bleiben die Küchen Partner auch unter dem Dach der MHK Group ein eigenständiger Verbund, so wurde vereinbart. Entsprechend werde sich außer den Konditionen im Einkauf vorerst in der Verbandsarbeit nicht viel ändern. Das Markenbild mit dem markanten roten Quadrat bleibt erhalten. Auch an der getrennten Jahreshauptversammlung wird man festhalten, das Tagungshotel für 2016 ist schon gebucht. Was natürlich nicht ausschließe, dass einzelne Händler auch zur MHK nach Berlin gehen. Andersherum macht es auch für MHK Sinn, den Auftritt unter KüchenPartner-Flagge zu erhalten, um mit dem Gebietsschutz der Musterhaus Küchen Partner nicht zu kollidieren.

Die Garantiedatenbank, an der die Küchen Partner AG zu 75 Prozent beteiligt ist, bleibe trotz allem selbstständig. Ähnlich wie Carat müsse die Gesellschaft zur Absicherung der 5-Jahres-Garantie und Anzahlungsbürgschaft ihre Neutralität wahren, betont dazu Singer. Immerhin arbeiten Händler aller deutschen Küchenverbände mit dem Dienstleister zusammen.

Die formale Unabhängigkeit unterstrich ebenfalls Geschäftsführer Thomas Greve auf Nachfrage. Von den eigenen Räumen über die separate IT und Bankverbindung bis zum eigenen Steuerberater habe er auf die absolute Trennung vom Verband geachtet. Er selbst ist mit 25 Prozent an der Garantiedatenbank beteiligt und habe entsprechende Sonderrechte vereinbart. „Solange ich auf diesem Posten bin, bleiben auch die Daten der Kunden sicher unter Verschluss,“ versichert Greve. Ob die AG als Mehrheitsbeteiligte allerdings noch Bestand hat, muss auch er erst einmal abwarten.