Mit dieser Abildung spielt Ikea auf die immer noch nicht fertiggestellte Elbphilharmonie an.

Ikea Altona

Der neue Maßstab der Schweden

Gestern abend wurde der erste City-Standort von Ikea in Hamburg Altona bereits der Presse vorgestellt, bevor die 48. Filiale am kommenden Montag offiziell im Beisein des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz und Ikea-Deutschlandchef Peter Betzel eröffnet wird. So viel vorab: Nein - es ist kein Ikea-Haus wie jedes andere. Und ja - das Konzept gilt im Konzern durchaus als umstritten und muss sich erst noch beweisen. Denn insbesondere die klassische Markthallen-Idee, die von je her das besondere Ikea-Feeling ausgemacht hat, wurde in Altona erstmals aufgebrochen. Was der gesamten Präsentation mehr großstädtisches Ambiente verleiht und zeitgemäßer wirkt, weil die Wohnaccessoires den jeweiligen Abteilungen angeschlossen sind. Wer künftig ein Bett bei den Schweden kauft, kann also gleich zu den passenden Kissen und zur Bettwäsche greifen. Ebenso werden deutlich mehr Interieure in den einzelnen Abteilungen gezeigt sowie "Room Settings". Darunter verstehen die Macher animierende Wohn-Boxen in den Fensterbereichen, die schon von außen zum Kaufen anregen sollen. Acht Mal im Jahr plant die Nummer 1 der Branche, hier neue Akzente zu setzen.

Zur Eröffnung verbreiten die Schweden dabei hanseatisches Flair mit einer gehörigen Portion Humor: "Wir sind Erster" spielt mit einem Augenzwinkern auf die noch immer nicht fertiggestellte Elbphilharmonie an. Typische Architektur der Hansestadt, wie die "Hamburger Tür", eine klassische Altbauwohnung-Schiebetür, oder Fahrradhalter an den Wänden, die von vielen genutzt werden, um die edlen Bikes in der Wohnung aufzubewahren, finden im neuen Ikea Altona ebenso ihren Platz wie ein modernes Free Flow-Restaurant mit Front-Cooking oder eine lichtdurchflutete Pflanzenwelt. Auf die Frage, wieviel Umsatz die Geschäftsleitung anpeilt, antwortet Christian Mollerus, verantwortlich für die Planung des 18.000 qm großen ehemaligen Karstadthauses und künftiger Hausleiter: "Wir rechnen mit einer deutlich höheren Frequenz, aber auch mit deutlich niedrigeren Kassenbons als bei anderen Ikea-Häusern. Was am Ende dabei herauskommt, werden wir erst nach einem Jahr wissen."

Zweifelsohne kalkuliert Ikea, mit dem nach Schnelsen und Moorfleet dritten Hamburger Standort insgesamt noch mehr aus dem Markt der Hansestadt herausholen zu können. Und auch wenn in der Eröffnungskampagne promoted wird, dass die Kunden eher zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln das Einrichtungshaus in Altona besuchen sollen, wird dort trotzdem das komplette Sortiment ausgestellt. Viele Services ermöglichen es, auch Großmöbel nach Hause zu transportieren oder bringen zu lassen. "Wir freuen uns sehr, hier in der Großen Bergstraße, in Deutschlands ältester Fußgängerzone, ein für uns bislang einmaliges Konzept umzusetzen - das erste Ikea Einrichtungshaus mitten in der Stadt", so Peter Betzel. "Wir sind davon überzeugt, hier den idealen Standort zu haben für unseren ersten Citystore mit einem hervorragenden ÖPNV-Anschluss und vielen Menschen in der direkten Umgebung, die uns innerhalb kürzester Zeit ohne Auto erreichen können." Aber auch für die Autofahrer ist gesorgt, denn es stehen 730 Parkplätze zur Verfügung.

Die ersten Bilder von dem neuen Ikea Altona sehen Sie in der Fotostrecke.

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