MHK-Branchenabend

Der neue BSH-Chef bei Hans Strothoff

Zum 15. Mal ging gestern der traditionelle Branchenabend im MHK-Forum im westfälischen Enger über die Bühne. Wie gewohnt war das Zentrum "rappelvoll", hochkarätig besetzt mit den Spitzen aus Küchenmöbel-, Geräte

Zum 15. Mal ging gestern der traditionelle Branchenabend im MHK-Forum im westfälischen Enger über die Bühne. Wie gewohnt war das Zentrum "rappelvoll", hochkarätig besetzt mit den Spitzen aus Küchenmöbel-, Geräte und Zulieferindustrie, ebenso Geschäftsführer aus Einkaufsverbänden und Messe. Gastgeber Hans Strothoff freute sich: "Diese Veranstaltung hat inzwischen Kultcharakter." In seiner Rede zur aktuellen Lage führte er aus, dass die Küchenbranche mittlerweile Nutznießer eines Klimawandels in Deutschland sei: Weg von der Sparneigung, hin zum fröhlichen Konsum. Gut gelaunt thematisierte er erneut die Nachwuchsförderung und warb um Spenden für die Kölner Möbelfachschule. Seine Idee: Die Küchenbranche könnte doch in diesem Jahr statt opulenter Weihnachtsgeschenke an Geschäftsfreunde das Geld nach Köln überweisen.
Anschließend begrüßte Hans Strothoff den neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung der Bosch Siemens Hausgeräte (BSH), Dr. Karsten Ottenberg, gerade mal 78 Tage im Amt: "Herr Dr. Ottenberg, Sie haben noch einen unverstellten Blick auf die Branche. Neue Besen kehren gut. Tun Sie was gegen die ruinöse Preispolitik im Internet."
Ausgesprochen souverän gelang es dem neuen BSH-Chef, das Publikum für sich einzunehmen. Zum Online-Business blieb die Ansage allerdings recht diplomatisch: "Das Thema Internet in Frage zu stellen, ist keine Option, denn es ist da. Wir müssen damit umgehen und gemeinsam Lösungen entwickeln."
Ganz ohne Manuskript gelang es dem gelernten Physiker recht souverän, seine Zuhörer zu fesseln. Mit dem Blick auf die Weltmärkte näherte er sich den Branchenthemen. China wird zukünftig der wichtigste Markt werden. Während aus seiner Sicht die USA die Talsohle durchschritten hätten, ist Europa dagegen noch weit davon entfernt, aus der Krise zu sein. Und für den westeuropäischen Markt rechnet er in den kommenden zehn Jahren nur mit einem leichten Wachstum.
In einem Exkurs über digitale versus analoge Technologien brachte Dr. Ottenberg seine Erfahrungen u.a. bei Philips auf den Punkt, Küchengeräte hätten weiterhin große Vorzüge: "Die weiße Ware ist zwar analoge Ware, aber dafür steigt der durchschnittliche Verkaufserlös. Und das ist die erste Industrie, in der ich arbeite, in der das der Fall ist. Eine große Chance für uns."