Keine Hoffnung mehr: Rational muss seinen Geschäftsbetrieb einstellen.

Rational

Der Geschäftsbetrieb wird eingestellt

Keine Hoffnung mehr: Im September hatte die Rational Einbauküchen Solutions GmbH aus Melle Insolvenzantrag stellen müssen (wir berichteten). Nun ist klar: Die Investorensuche war nicht erfolgreich. Das Unternehmen muss seinen Geschäftsbetrieb Anfang Dezember einstellen. Das Amtsgericht Osnabrück hat das Insolvenzverfahren am 1. Dezember eröffnet. Gläubiger können ihre Forderungen nun beim Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Stefan Meyer zur Insolvenztabelle anmelden.

Grund für den Insolvenzantrag war ein vollständiger Produktionsstillstand aufgrund eines lokalen Stromausfalles, der nach Problemen mit der Notstromversorgung zu einem irreparablen IT-Schaden geführt hat. Dabei wurde die selbstentwickelte Steuerungssoftware so erheblich beschädigt, dass die von Melle systemseitig gesteuerten Produktionsprozesse in Italien dauerhaft nicht mehr vorgenommen werden konnten. Das Amtsgericht Osnabrück ordnete daraufhin die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Nach Angaben der Anwaltskanzlei konnte das IT-Problem aus technischen, zeitlichen, aber auch wirtschaftlichen Gründen nicht gelöst werden. Die Verantwortlichen suchten daher nach einem Investor, der unter der Marke „rational“ Küchen auf Basis der vorhandenen Küchenprogramme selbst produziert und vertreibt. Es wurden mehr als 60 potenzielle Interessenten angesprochen. „Mit drei Unternehmen wurden nach Vereinbarung von Vertraulichkeit (NDA) auch erste Verhandlungen geführt. Letztlich war aber kein Interessent bereit, den traditionsreichen Küchenhersteller in dieser vorgefundenen Situation zu übernehmen“, so Pluta. Eine Fortführung und Sanierung des Geschäftsbetriebes ist ohne frisches Kapital jedoch nicht möglich bzw. betriebswirtschaftlich und insolvenzrechtlich nicht zu verantworten. „Der Betrieb muss daher leider stillgelegt werden.“
 
Die noch beschäftigten 61 Mitarbeiter:innen wurden im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über den aktuellen Stand informiert. Ihnen muss gekündigt werden, sobald der Interessenausgleich und der Sozialplan zur Betriebsstilllegung mit dem Betriebsrat abschließend verhandelt worden sind.

„Die vergangenen Wochen waren für alle Beteiligten nicht einfach. Es gab zahlreiche konstruktive Verhandlungsrunden, aber letztendlich haben die Interessenten kein Angebot abgegeben. Dafür dürfte die sehr ungewöhnliche Rational-Ausgangssituation gepaart mit einer bekanntlich schwierigen gesamtkonjunkturellen Lage verantwortlich sein. Das ist sehr bedauerlich für die Arbeitnehmer, die trotz der sehr bescheidenen Perspektiven im Verfahren außerordentlich engagiert bei der Sache waren, wofür ich jedem einzelnen Mitarbeiter sehr dankbar bin“, sagt der Insolvenzverwalter Stefan Meyer. Er ergänzt: „Wir hoffen, dass die Mitarbeiter schnell eine neue Stelle finden.“ Um die Mitarbeiter:innen hierbei zu unterstützen, wurde ein Bewerbungstraining im Unternehmen durchgeführt.
 

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