Der Fachkräftemangel nimmt weiter zu.

Handelsblatt

Der Fachkräftemangel weitet sich aus

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer stellt auf Basis einer Online-Umfrage unter rund 10.000 Unternehmen fest, dass jeder dritte Betrieb im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnte. Hochgerechnet bedeutet das, dass 17.000 Firmen keine einzige Bewerbung mehr erhalten haben. Das berichtete gestern www.handelsblatt.de. Besonders der früher so gefragte Gastronomie-Bereich ist für Bewerber komplett unattraktiv geworden. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sieht im zunehmenden Fachkräftemangel eine „sehr gefährliche Entwicklung“.

„Während im Durchschnitt 34 Prozent der befragten Betriebe nicht alle Lehrstellen besetzen konnten, waren es in der Transport- und Logistikbranche 40 Prozent, im Baugewerbe 45 Prozent und im Gastgewerbe gar 57 Prozent. In der Industrie melden vor allem Unternehmen der Metall- und Elektrotechnik und der Nahrungsmittelbranche größere Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen“, heißt es auf handelsblatt.de.

Die Unternehmen bemühen sich trotzdem weiter um Auszubildende: Junge Leute werden mit „Goodies“ wie Smartphones oder einem Vertrag für das Fitnesstudio gelockt. Auch auf die schulische Leistung wird weniger Wert gelegt als früher. „Trotzdem müsse auch die Politik aktiv werden, um dem Personalmangel in den Betrieben entgegenzuwirken, fordert Schweitzer. Schon in diesem Jahr gingen in Deutschland eine Million Beschäftigte in Rente, während nur 700.000 Schulabgänger nachrückten. Dieses negative Delta werde sich ab 2020 auf eine halbe Million ansteigen“, so das Handelsblatt.

Aus diesem Grund fordere der DIHK eine stärkere Werbung für die duale Ausbildung in Gymnasien, eine bessere Berufsorientierung in den Schulen und eine Stärkung der Berufsschulen. Vor allem die Ausdünnung des Berufsschulangebots in ländlichen Regionen erschwere den Unternehmen die Nachwuchsgewinnung.

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