Dr. Marc Zgaga

"Dem Kunden ein rundum emotionales Einkaufserlebnis bieten"

Die „möbel kultur“ hat Experten und Interessenvertreter nach ihren persönlichen Prognosen für das Jahr 2019 gefragt. Dazu äußert sich Dr. Marc Zgaga, ZGV-Hauptgeschäftsführer, wie folgt:

Immer mehr Kunden bestellen ihre Möbel im Internet. Aktuellen Prognosen zufolge wird der Online-Marktanteil bis 2022 auf fast 20 Prozent ansteigen. Warum? Entweder weil das Auto zu klein, die Couch nicht in der passenden Farbe verfügbar oder der Möbelkauf per App schlicht so angenehm – oder neudeutsch „convenient“ – ist. Dazu entwickeln Möbelhändler Tools für den Kauf von zu Hause. Welche Größe soll der neue Kleiderschrank haben? Kaufen wir das neue Sofa als Zwei- oder als Dreisitzer? Augmented Reality lautet hier das Stichwort – eine Technik, die die Vorstellungskraft erweitert und die Wohnungsgestaltung im virtuellen Raum dreidimensional und maßstabsgetreu ermöglicht. Ohne eine zukunftsfeste Strategie werden Händler auf der Fläche in den kommenden Jahren Marktanteile an Omni- und Cross-Channel-Anbieter abtreten müssen. Wie wichtig die Verzahnung zwischen On- und Offline-Konzepten ist und dass die sich stetig verändernden Kundenerwartungen sowie der steigende Individualisierungsgrad Kompromisslösungen erforderlich zu machen, hat der kooperierende Küchen- und Möbelfachhandel dabei bereits verinnerlicht. Wie sich beide Ebenen gewinnbringend miteinander verknüpfen lassen, hat die Branche längst erkannt.

Doch bei allem Hype um die Digitalisierung und das Online-Geschäft: Der Blick aufs Smartphone ersetzt nicht das Probesitzen und auch die sofortige Verfügbarkeit ist nach wie vor ein nicht zu unterschätzender Kaufanreiz. Und so wird der stationäre Handel auch im Jahr 2019 das wichtigste Standbein des kooperierenden Küchen- und Möbelfachhandels bleiben. Neben den technologischen Herausforderungen gilt es hier vor allem an den Themen Frequenzschaffung und Frequenzabschöpfung zu arbeiten und dem Kunden ein rundum emotionales Einkaufserlebnis zu bereiten. Denn: Der Handel steht heute in Konkurrenz zu den Freizeitaktivitäten der Kunden und verliert seine Rolle als Versorger. Der Kunde kommt nicht mehr primär zum Händler, um Waren zu kaufen – das Shoppen ist vielmehr Teil seiner Freizeitgestaltung.

Und so ist der Blick in das neue Jahr ungeachtet der neuen Aufgabenstellungen für den Möbelhandel optimistisch. Die Vorzeichen hierfür stehen gut, denn die wirtschaftliche Lage im kooperierenden Mittelstand bleibt trotz inner- und außenwirtschaftlicher Unwägbarkeiten zuversichtlich, die konjunkturellen Rahmenbedingungen deuten auf Wachstum.

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