Otto Group

Das Restrukturierungsprogramm “Fokus” läuft an – Stellenabbau, aber auch Investitionen im dreistelligen Millionenbereich

Die Otto Group verkündet den aktuellen Wasserstand des "Fokus"-Programms. Dabei handelt es sich um ein Umstrukturierungsprogramm, das insbesondere die Versandhändler der Otto-Einzelgesellschaft, Baur und Schwab betrifft. "Im Zentrum des Interesses

Die Otto Group verkündet den aktuellen Wasserstand des "Fokus"-Programms. Dabei handelt es sich um ein Umstrukturierungsprogramm, das insbesondere die Versandhändler der Otto-Einzelgesellschaft, Baur und Schwab betrifft.
"Im Zentrum des Interesses steht dabei die Marke Otto", vermelden die Hamburger heute. "Wir werden Otto mittelfristig auf einen deutlichen Wachstumskurs bringen. Die starke Marke, das universelle Geschäftsmodell und die Größe bieten hierfür beste Voraussetzungen", betont Alexander Birken, Konzern-Vorstand Multichannel Distanzhandel und verantwortlich für "Fokus".
"Aktuelle Mode für die moderne Frau" werde bei der Markenprofilierung wieder deutlich in den Vordergrund gestellt. Gleichzeitig will Otto weiterhin massiv in noch attraktivere Sortimente investieren: Alle relevanten Marken und Eigenmarken sollen unter otto.de zu finden sein. Auch das Marketing on- und offline werde in der kommenden Saison noch profilbildender werden.
Unter der "Fokus"-Projektleitung von Birken wurden in den vergangenen Wochen konkrete Investitionsmaßnahmen definiert: "Multichannel-Kompetenz geht mehr denn je einher mit Internettechnologie-Kompetenz. Deshalb werden wir in den kommenden zwei Jahren eine neue Software für otto.de selbst entwickeln und damit das Herzstück der Plattform rundum erneuern. Außerdem sind wir überzeugt davon, dass E-Commerce zum Everywhere-Commerce wird. Unser Anspruch ist, unseren Kunden auf jedem relevanten Endgerät das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bieten." Insgesamt werde in den kommenden drei Jahren ein Betrag im dreistelligen Millionenbereich investiert.
Baur und Schwab haben bereits in den vergangenen Jahren ihren Weg als spezialisierte Onlinehändler mit klar definierten Zielgruppen eingeschlagen. Baur richtet sich mit den Profilsortimenten Mode, Schuhe und Wohnen erfolgreich an die eher wertkonservative Kundin. Auch das Sortiment von Schwab ist klar zugeschnitten. Mit der Marke Sheego hat das Management außerdem ein Konzept für Große Größen etabliert.
Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, ist von den Maßnahmen überzeugt: "Das Team hat in den vergangenen Wochen einen hervorragenden Job gemacht und im Rahmen von 'Fokus' die richtigen Schritte und Maßnahmen definiert, um unsere Firmen noch stärker am Markt zu positionieren. Neben den massiven Investitionen in die Marktperformance sind Otto, Baur und Schwab auch dabei, strukturelle Anpassungen vorzunehmen, um effiziente und marktgerechte Prozesse abbilden zu können."
Wie viele Mitarbeiter im Zuge der strukturellen Veränderungen bis 2015 gegebenenfalls von einem Arbeitsplatzverlust betroffen sein werden, werde derzeit im Rahmen aufwendiger Prüfaufträge untersucht und steht noch nicht fest. Schätzungen zufolge ist davon auszugehen, dass beginnend im Jahr 2013 bei der Einzelgesellschaft Otto bis zu 450 von 3.236 Vollzeitstellen von den Umstrukturierungen betroffen sein könnten, also maximal 14 Prozent der gesamten Belegschaft. Bezogen auf die knapp 8.000 Arbeitsplätze der Otto Group in Hamburg wäre dies ein maximaler Anteil in Höhe von sechs Prozent. Bei Baur in Burgkunstadt könnten bis zu 210 Vollzeitstellen von einem Abbau betroffen sein, maximal 10 Prozent der insgesamt 2165 Stellen bei der Marke Baur. Bezogen auf die insgesamt 3.296 Vollzeitstellen der Baur-Gruppe in Oberfranken werden maximal sieben Prozent betroffen sein. Bei Schwab in Hanau könnten maximal 40 Stellen betroffen sein, maximal fünf Prozent der 913 Vollzeitstellen.
Betriebsbedingte Kündigungen können wie bereits berichtet nicht ausgeschlossen werden. Ein Großteil der Veränderungen soll jedoch über Fluktuation oder andere sozialverträgliche Maßnahmen im Konzernverbund aufgefangen werden. "Wir sind ein Familienunternehmen und fühlen uns den damit verbundenen Werten wie Zuverlässigkeit und Loyalität verpflichtet. Deshalb werden wir wie bei vergangenen Projekten sozialverträglich handeln und alles Erdenkliche tun, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Unser Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit unserer Unternehmen und Marken für unsere Kunden und Mitarbeiter langfristig zu sichern", so Schrader.