Einen positiven Effekt hat die Corona-Krise: die Retourenquoten sinken, weil bewusster eingekauft wird. Das beobachtet die Otto Group für alle Gesellschaften. Foto: Otto Group, Urs Küster.

Otto Group

Corona lässt Retourenquoten sinken

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie beobachten die Onlinehändler der Otto Group ein strukturell verändertes Einkaufsverhalten ihrer Kunden und dadurch eine deutlich geringere Retourenquote. Es sei spannend, zu sehen, ob das momentane Umdenken in der Gesellschaft hin zu einem bewussteren Einkaufsverhalten und der rückläufige Trend bei den Retouren Bestand haben werden, lasse sich heute noch nicht prognostizieren, so Dr. Marcus Ackermann, Otto Group Vorstand Multichannel Distanzhandel.

Viele Kunden der Otto Group kaufen aktuell vor allem bewusster und nah am Bedarf ein, spontane und vor allem teure Anschaffungen werden dagegen zurückgestellt. Insbesondere Artikel aus den Sortimenten Haushalt, Elektronik, Möbel, Baumarkt und Garten sowie Produkte wie Wäsche, Heimtextilien und basisorientierte Mode mit geringeren Retourenquoten werden, laut Pressemitteilung der Otto Group, von den Konsumenten erworben. Diese Sortimentsverschiebung führt zu einer signifikant gesunkenen Retourenquote, wenngleich durch die Steigerung der verkauften Mengen das Retourenvolumen insgesamt steigt.

So verzeichnete die Otto Einzelgesellschaft für die vergangenen Corona-Monate bei der Retourenquote einen Rückgang um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe dafür ist, dass Heim- und Living-Produkte im Vergleich oft sehr bewusst angeschafft und deshalb seltener zurückgesendet werden.

Die Baur-Gruppe weist für ihren Online-Shop baur.de für Frühjahr/Sommer 2020 ebenfalls eine signifikant geringere Retourenquote von rund sieben Prozentpunkten aus. Auch hier sind die Gründe im Struktureffekt zu sehen, das dem Unternehmen ein hohes Umsatzwachstum in den Bereichen Home sowie Technik/Freizeit beschert.

Bei der Witt-Gruppe beträgt die Senkung der Retourenquote gut zwei Prozentpunkte und beim onlineorientierten Händler Heine, der Ende des Jahres in die Witt-Gruppe integriert wurde, sind es minus sieben Prozentpunkten.
„Das Kaufverhalten hat sich in der Corona-Krise offensichtlich verändert - von emotionsgeleiteten Spontankäufen hin zu einer inspirierenden, aber bewussteren Bedarfsdeckung“, konstatiert Dr. Marcus Ackermann.

Neben den Struktureffekten würden aber auch Qualitätssicherungsmaßnahmen wie die Optimierung der Artikelbeschreibungen, der Einsatz authentischerer Produktfotos und weitere Programme zur Retourenvermeidung und damit zu geringeren Logistikkosten beitragen.

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