Deutsch-russische Branchenbörse

Chancen für deutsche Investoren

Russland als Chance für die deutsche Holz-, Papier und Möbelindustrie: Industrieminister Ilja Klebanow kündigte gestern in Berlin weitreichende Veränderungen in der Forstgesetzgebung an. Wie er auf der ersten deutsch-russischen Kooperationsbörse

Russland als Chance für die deutsche Holz-, Papier und Möbelindustrie: Industrieminister Ilja Klebanow kündigte gestern in Berlin weitreichende Veränderungen in der Forstgesetzgebung an. Wie er auf der ersten deutsch-russischen Kooperationsbörse für die Holz- und Möbelindustrie erklärte, solle das Regelwerk vor allem investorenfreundlicher werden. Der Minister attestierte der Russischen Föderation, die über ein Viertel des Weltholzvorkommens verfügt, einen "Mangel an Investitionen" im Forstsektor und nannte vor allem Basis und Niveau der Holzverarbeitung und Papierindustrie ausbaufähig.
Besonders interessant für deutsche Investoren: Im Rahmen einer wirtschaftspolitischen Novellierung ab 2004 wird von russischer Seite das Leasing von Maschinen und Anlagen durch einheimische Unternehmen subventioniert; beim Kauf von Maschinen emtfällt dann die Mehrwertsteuer. Der DUMA-Ausschussvorsitzende Alexander Beljakow (Naturschätze/Naturnutzung) empfahl deutschen Investoren, ihr Augenmerk auf die Zentren in St. Petersburg, Irkutsk, Krasnojarsk, Kostroma und Pensa zu richten. In nächster Zeit seien Investitionen unter anderem zur Herstellung von Halbfabrikaten aus Industrieholz sowie geleimten Hölzern für Bau- und Industrieanwendungen gefragt. Zukunftsweisend seien ferner der Holz-Hausbau (Sandwichbauweise), die Produktion von OSB-/Span- und MDF-Platten sowie von Biobrennstoffen.
Prof. Dr. Thomas Stautmeister von der Innotech Holztechnologien GmbH, Berlin, beklagte als langjähriger Consultingpartner für die Branchenindustrie im Großraum St. Petersburg die unzureichenden Kenntnisse deutscher Mittelständler, die auf dem russischen Markt investieren wollen. Das betreffe Sprache, Mentalität und Marktzugänge ebenso wie die Unterschätzung der Zeitachse. "Wer in Russland investieren will, benötigt Ausdauer, Partner und vor allem ein ausbaufähiges Standbein vor Ort."