Die Experten der Infoveranstaltung Winfrid Titze, Dr. Frank Blom, Dr. Lucas Heumann, Martin Kohnle, Andreas Rieß, Harald Grefe, Karlheinz K. Naumann, Frank Haubold, Dr. René Pankoke (von oben, v.l.n.r.). Foto: IHK.

Möbelmarkt Brasilien

Chancen für deutsche Hersteller

"Möbelmarkt Brasilien - Chancen für Import und Export" war das Thema einer Infoveranstaltung, die die Möbelverbände NRW in Herford, die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, die Koelnmesse und die Unternehmensberatung Titze am 1. März gemeinsam organisiert hatten. Vor etwa 40 Branchenkennern zeichneten sieben Fachreferenten ein differenziertes Bild des dortigen Möbelmarktes und zeigten dabei sowohl Chancen als auch die Risiken beim Markteinstieg auf. Daneben standen allgemeine Eckdaten zu dem Land, dem dortigen Einrichtungshandel, zum Objektmarkt und zur Bedeutung der Möbelindustrie auf dem Programm. Aber auch die brasilianische Messelandschaft, Logistik- und Transportlösungen für den Im- und Export, mögliche Chancen für den deutschen Maschinenbau und die Ausstattung der brasilianischen Möbelindustrie wurden beleuchtet.

Die Teilnehmer erfuhren, dass Brasilien mit jährlichen Wachstumsraten zwischen fünf und sieben Prozent mittlerweile eine der größten Volkswirtschaften der Welt ist. Ein stabiler Binnenmarkt mit einer sehr hohen Konsumquote sei die Stütze des Aufschwungs. Allerdings würden auch einige Hindernisse wie die hohen Importzölle und steuerlichen Abgaben, Einfuhrkontingente, eine unberechenbare Wirtschaftspolitik, Korruption und Kriminalität, der Mangel an qualifizierten Fachkräften sowie eine unzureichende Fremdsprachenkompetenz der Arbeitskräfte einen Markteintritt erschweren.

Frank Haubold, Geschäftsbereichsleiter Einrichten & Objekt der Koelnmesse, erklärte, dass er Brasilien derzeit eher als Zukunfts-, denn als kurzfristigen Zielmarkt sehe. Zur Vorbereitung eines Engagements in dem Land sei es wichtig, die dortigen großen Branchenmessen zu nutzen. Eine gute Einstiegsmöglichkeit sei aufgrund abweichender Handelsstrukturen im Vergleich zum europäischen Markt seiner Meinung nach zudem die Suche nach einem Partner vor Ort.

Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer der Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen, dass man Brasilien als mittel- und langfristiges Projekt für die deutsche Möbelindustrie sehe und die Möbelverbände NRW deshalb weitere Aktivitäten planen. Aktuell werde an einer Unternehmerreise nach Brasilien inklusive Messebesuchen gefeilt. "Wir werden einen Arbeitskreis zum Thema Brasilien gründen, der von Winfrid Titze geleitet wird. Wir sind offen für Ihre Vorschläge und laden Sie herzlich zur Teilnahme ein."

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