Pfleiderer
CEO Michael Wolff erläutert die Übernahme des Unternehmens durch die eigene Tochtergesellschaft
Dass ein Tochterunternehmen die Mutter übernimmt, ist ungewöhnlich. Bei der Pfleiderer-Fusion passiert genau das, was für Irritationen in der Branche und den Medien sorgt. Dabei hat der Holzwerkstoffproduzent gute Gründe,
Dass ein Tochterunternehmen die Mutter übernimmt, ist ungewöhnlich. Bei der Pfleiderer-Fusion passiert genau das, was für Irritationen in der Branche und den Medien sorgt. Dabei hat der Holzwerkstoffproduzent gute Gründe, so vorzugehen, wie CEO Michael Wolff im Gespräch mit der „möbelfertigung“ überzeugend darlegt. Zudem erläutert er die Zukunftspläne des inzwischen wieder absolut stabil in den Märkten stehenden Unternehmens und, in welchen Segmenten die größten Potenziale für Pfleiderer liegen.
möbelfertigung: Herr Wolff, die gesamte Branche redet und spekuliert über die geplante Pfleiderer-Fusion, in deren Rahmen die polnische Tochter die deutsche Mutter übernimmt. Warum soll der Prozess auf diese Weise laufen?
Michael Wolff: Im Vordergrund steht, legal eine integrierte Firmeneinheit zu bilden. Bisher verfügte Pfleiderer über zwei juristische Einheiten mit zwei Aufsichtsratsgremien und Managementteams, unterschiedliche Produkte, getrennte Prozesse, IT etc. Das kann nicht sinnvoll sein.
Deshalb war immer klar, dass wir nach der operativen Repositionierung von Pfleiderer auch die rechtliche Integration wollen, um nicht mehr zwei, sondern ein Unternehmen zu werden. Dann haben wir einheitliche Prozesse und werden erheblich schneller. Aus der Komplexitätsreduzierung heraus können wir ab 2018 noch 30 Mio. Euro pro Jahr sparen.
möbelfertigung: Aber warum übernimmt Polen Deutschland und nicht umgekehrt?
Michael Wolff: Wir sind in Polen mit Grajewo seit Jahren an der Börse und haben mit dem Börsenplatz in Warschau die Möglichkeit, die Fusion zu finanzieren. Zudem wird Pfleiderer in Polen ein Blue-Chip-Unternehmen sein, also zu den 40 größten Börsenunternehmen des Landes gehören. Damit sind wir für Anleger sehr attraktiv.
möbelfertigung: Wie schätzen Sie Pfleiderers aktuelle Marktposition ein?
Michael Wolff: Viel wichtiger ist, wie uns unsere Kunden sehen. Deshalb lassen wir dies einmal im Jahr durch ein externes Unternehmen untersuchen. Dabei kam heraus, dass Pfleiderer innerhalb der Holzwerkstoffindustrie im mittleren bis hohen Preisbereich positioniert ist und sich durch sehr hohe Serviceleistung in Beratung, Liefertreue, Liefermenge, Pünktlichkeit sowie Training und Schulung auszeichnet. Darüber hinaus werden wir in Sachen Design als hochwertiger Anbieter gesehen.
möbelfertigung: Seit letztem Jahr sind Sie Vorsitzender des „Interzum“-Beirats. Wie kam es dazu?
Michael Wolff: Ich arbeite seit Jahren aktiv als Mitglied des Beirats, da ich der Meinung bin, so die Interessen der Holzwerkstoffbranche und auch des Unternehmens wahrnehmen zu können. Außerdem hat mich das Gremium gebeten, den Vorsitz zu übernehmen. Die erste von mir geleitete Sitzung fand anlässlich der „Imm Cologne“ im Januar statt. Da haben wir Dinge wie Motto und Schwerpunktthema der kommenden „Interzum“ diskutiert und natürlich noch mal die letzte Veranstaltung resümiert.
Das komplette Interview gibt's in der „möbelfertigung 1/2016“, die gestern erschienen ist. Oder Sie lesen alles online im E-Magazine. Dafür einfach hier klicken.

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