Begros/KHG

Bundeskartellamt legt Fallbericht vor

Vor knapp vier Wochen hatte das Bundeskartellamt bekanntgegeben, dass die Krieger/Höffner-Gruppe (KHG) nach ausgiebiger Prüfung der Begros – mit Einschränkungen – beitreten darf. Nun hat die Behörde den ausführlichen Fallbericht vorgelegt, den moebelkultur.de hier zum Download zur Verfügung stellt.

Im Fallbericht nennt das Bundeskartellamt u. a. die neun regionalen Absatzmärkte in Ostdeutschland, wo die Beteiligten gemeinsam auf Marktanteile kommen, die „sehr deutlich oberhalb der in den Leitlinien der EU-Kommission über horizontale Zusammenarbeit genannten Schwelle von 15 Prozent lagen.“ Hier ergebe sich ein zusammenhängendes Gebiet etwa von Stendal im Norden über Magdeburg, den Raum Halle/Leipzig, Chemnitz und Dresden bis nach Cottbus im Osten, wo Porta mit Großflächen, aber auch mit SB-Möbeln über eine bedeutende Marktposition verfüge. Dasselbe gelte für die KHG mit großflächigen Einrichtungshäusern der Vertriebslinien Höffner, Kraft und Mahler sowie der Discount-Vertriebslinie Sconto.

Deshalb soll in Bezug auf Porta und KHG das sogenannte Zwei-Markenfamilien-Modell greifen. Die Beschlussabteilung sah dieses als geeignet an, „um die die wettbewerblichen Bedenken weitreichend zu beseitigen.“ Das bedeutet, dass Porta und KHG über mehrere Jahre nicht die gleichen Begros-Eigenmarken beschaffen und im Sortiment führen können. Für die übrigen Begros-Mitglieder bestehen dagegen keine Beschränkungen. Sie können künftig Eigenmarken sowohl mit Porta als auch mit KHG gemeinsam beziehen und verkaufen.

Von der Industrie kritisiert wurde u.a., dass der Punkt Beschaffungsmärkte nicht weiter untersucht wurde. Hier heißt es dazu explizit: „Auch im Sinne einer zügigen Verfahrensführung hat das Bundeskartellamt von der Ausermittlung der betroffenen Beschaffungsmärkte abgesehen. Die vorliegenden Ermittlungsergebnisse legten allerdings nahe, dass die Beschaffungsmärkte in räumlicher Hinsicht überwiegend über Deutschland hinausgehen, ohne dass feststeht, wie groß sie genau sind. Die beschaffungsseitigen Marktanteile von Begros und KHG dürften deshalb nicht die Höhe der Anteile auf den Absatzmärkten erreichen.“

Zum Abschluss heißt es noch, dass die weitere Entwicklung von der Behörde beobachtet werde. „Sollten insbesondere die Begros und die KHG in der Zukunft in erheblicher Weise von den Regelungen abweichen, die Grundlage für die Verfahrenseinstellung waren, behält sich das Bundeskartellamt ausdrücklich die erneute Einleitung eines Verfahrens vor.“

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