Das Bundeskartellamt hat Razzien im Matratzenbereich durchgeführt.

Matratzenindustrie

Bundeskartellamt führt Razzien durch

Durchsuchungen bei Matratzenherstellern und Einkaufsverbänden: Am Dienstagvormittag führte das Bundeskartellamt gemeinsam mit der Polizei bei neun Firmen Razzien durch. Dabei handelt es sich nach Angaben des "Handelsblatts" unter anderem um Fey & Co, Malie, Schlaraffia und Tempur. Wie das Kartellamt auf Anfrage von moebelkultur.de erklärte, ging die Behörde dabei dem Verdacht der vertikalen Preisbindung nach. Demnach sollen diese Unternehmen "wettbewerbsbeschränkende Absprachen zur Einhaltung bestimmter Mindestpreise beim Weiterverkauf von Matratzen getroffen haben. Außerdem besteht der Verdacht, dass die Hersteller Händlern Nachteile angedroht oder zugefügt bzw. Vorteile versprochen oder gewährt haben, um sie zur Einhaltung bestimmter Mindestpreise beim Weiterverkauf von Matratzen anzuhalten." Gleichzeitig betonte die Behörde, dass die Durchführung einer Durchsuchung der Aufklärung des Sachverhalts dient und nicht bedeutet, dass sich die betroffenen Unternehmen und Personen tatsächlich eines Kartellrechtsverstoßes schuldig gemacht haben. "Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung."

Michael Böhm von Fey & Co bestätigte gegenüber moebelkultur.de die Durchsuchung im Haus. Er betonte, das Unternehmen kooperiere mit dem Kartellamt: "Wir sind uns keiner Schuld bewusst und haben nichts zu verbergen. Daher haben wir alle Unterlagen zur Verfügung gestellt." Die Behörde habe Akten mitgenommen, aber nicht - wie in einigen Medienberichten behauptet - Computer beschlagnahmt. "Wir sind in vollem Umfang arbeitsfähig. Unser Betrieb läuft normal weiter", erklärte Michael Böhm.

Auf welcher Grundlage das Kartellamt tätig wurde, ist unklar. In der Branche gibt es das Gerücht, dass zwei Online-Händler, mit denen die Hersteller seit Jahren Auseinandersetzungen haben, sowie Portale, die mit den beiden verbunden sind, eine Beschwerde eingereicht haben könnten. Michael Böhm wollte sich an solchen Spekulationen ausdrücklich nicht beteiligen.

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