Für BSH-Chef Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet war 2009 ein "gutes Jahr".

BSH

Bilanz mit leichtem Umsatzminus, aber mehr Gewinn

Viel weniger als erwartet habe die globale Wirtschaftkrise 2009 in der Hausgerätebranche Spuren hinterlassen, konstatierte der BSH-Vorsitzende Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in München. "Es kam in Märkten, in denen wir jahrelang Wachstum gewohnt waren, erstmals zu Umsatzeinbrüchen, andere, wie zum Beispiel der deutsche Markt haben uns hingegen eine höchst erfreuliche, positive Entwicklung beschert," führte Gutberlet dabei auch aus Sicht der eigenen Konzernentwicklung aus. So sei der Umsatz im letzten Jahr bei 8,405 Mrd. Euro währungsbereinigt lediglich um rund 1,4 Prozent gesunken (nominal sind es 4 Prozent), währenddessen sich das EBIT um 12 Mio. Euro auf 534 Mio. Euro verbesserte.

In Deutschland lag der BSH-Umsatz 2009 um 4,4 Prozent über dem Vorjahr und damit über dem Branchendurchschnitt von 3 Prozent Plus. Wobei Gutberlet besonders betonte, dass an den sieben Standorten keine Kurzarbeit anfiel, sondern durch flexible Arbeitszeiten und Abbau von Leiharbeitern die Kosten angepasst wurden. Die deutsche Stammbelegschaft reduzierte sich allerdings durch "natürliche Fluktuation" um 300 auf 14.000 Mitarbeiter. Weltweit blieb das Konzernpersonal mit 39.600 Mitarbeitern stabil.

Die Bilanz für die Auslandsmärkte zeigte sich dagegen sehr unterschiedlich. Während der wichtige Kernmarkt Europa (einschließlich Türkei und Russland) branchenweit um rund zehn Prozent abgerutscht ist, blieb es für die BSH bei einem Minus von 4,3 Prozent. In Westeuropa (inklusive Türkei) musste der Konzern in etwa dem Branchenschnitt entsprechend ein Minus von 6,1 Prozent hinnehmen. Noch heftiger verlief die Talfahrt in Osteuropa, wo die BSH mit -12,3 Prozent abschnitt (Branche: -28 Prozent). Auch Nordamerika/USA bescherte ein Minus von 11,4 Prozent. Aus dem sehr preisaggressiven Brasiliengeschäft hat sich der Konzern nun ganz zurückgezogen und Mitte 2009 seine beiden Werke mit 1.500 Mitarbeitern verkauft.[page_break]

Äußerst positiv sehen dagegen die Zahlen in Asien aus - bei einem Plus von 17,2 Prozent für die BSH (Branche: +10 Prozent). Allein in China wurde 26 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet. Mit dem Neubau der Waschmaschinenfabrik in Nanjing hat die BSH hier jetzt sechs Werke an drei Standorten und sieht sich als "erfolgreichster ausländischer Hersteller von Hausgeräten in China" mit einer Platzierung auf Rang 2.

Insgesamt wird der weltweite Hausgerätemarkt mit 98 Mrd. Euro angegeben, wobei die BSH das durchschnittliche Minus von einem Prozent währungsbereinigt leicht unterschreitet. Der positive Start ins Jahr 2010 mit mehr als über 10 Prozent Umsatz im 1. Quartal - insbesondere durch Erholung einiger Auslandsmärkte und durch die Stärke in Asien - stimmt Gutberlet indes optimistisch, dass am Ende ein Plus "im mittleren einstelligen Prozentbereich" herauskommen könnte. Im Zentrum weiteren Wachstums stehe dabei die führende Position im Bereich innovativer und energieffizienter Hausgeräte.

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