Big Design-Deal: Vitra übernimmt Artek
Dicker Branchen-Deal zum Wochenende: Vor knapp zwei Stunden gab Vitra den Erwerb des bekannten finnischen Möbelherstellers Artek bekannt. Zu 100% wurden die Anteile von der schwedischen Finanzgruppe Proventus übernommen, die
Dicker Branchen-Deal zum Wochenende: Vor knapp zwei Stunden gab Vitra den Erwerb des bekannten finnischen Möbelherstellers Artek bekannt. Zu 100% wurden die Anteile von der schwedischen Finanzgruppe Proventus übernommen, die bisheriger Eigentümer des Design-Unternehmens war. Die Übernahme macht Sinn. Nun bekommen die Vitra-Klassiker beste Gesellschaft von legendären finnischen Design-Ikonen.
"Vitra hegt schon seit Jahrzenten große Hochachtung für Aalto und Artek", erklärt Rolf Fehlbaum, Mitglied des Verwaltungsrats von Vitra. "Das finnische Design-Unternehmen ist mehr als nur eine Möbelsammlung: Wie auch Vitra, ist es ein kommerziell-kulturelles Projekt, das in seinem Bereich eine Vorreiterrolle innehat. Für Vitra ist es wichtig, dass Artek diese Rolle fortführen und weiterentwickeln kann."
So soll Artek als separater Geschäftsbereich weiterbestehen. Synergiemöglichkeiten zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen, vornehmlich von Produktion, Distribution und Logistik, werden derzeit noch untersucht. Auch ob Vitra und Artek – z. B. auf Messen wie der imm cologne – zukünftig einen gemeinsamen Auftritt planen, ist noch nicht bekannt.
1935 wurde Artek vom Architekten Alvar Aalto und seiner Frau Aino Aalto, der Kunstfördererin Maire Gullichsen und dem Kunsthistoriker Nils-Gustav Hahl gegründet. Damit verwirklichte das Quartett damals eine radikale Geschäftsidee: "Möbel zu verkaufen und durch Ausstellungen und andere bildende Maßnahmen eine moderne Wohnkultur zu fördern." Bis heute gehört Artek zu den innovativsten Protagonisten des modernen Designs.
"Die internationale Dimension, die bereits in Arteks Gründungserklärung von 1935 als klares Ziel formuliert war, musste wiederbelebt werden", erklärt Mirkku Kullberg, Geschäftsführerin von Artek. "Das ist die Arena, in der wir spielen möchten, und Partnerschaften oder Eigentumsverhältnisse sind ein möglicher Weg, die Zukunft zu gestalten. Für uns war ein branchenerfahrener Eigentümer für Artek die beste Wahl. Hier bietet sich dem finnischen Design eine großartige Chance, und Artek geht damit einen großen Schritt auf eine ganz neue Ebene."
"Nordisches Design feiert ganz klar ein Comeback, und Aaltos Arbeit erfährt derzeit neue Wertschätzung", so Rolf Fehlbaum.
"Vitra verfügt über die Unternehmenskultur, das Fachwissen und die Geschäftsressourcen, die ideal sind, um Artek auf die nächste Stufe zu heben", erklärt Daniel Sachs, CEO des bisherigen Eigentümers von Artek, Proventus, die Entscheidung für den Geschäftsabschluss.

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