Die „möbel kultur“ fragte bei dem neuen BVDM-Geschäftsführer Christian Haeser und seinem Vorgänger Thomas Grothkopp nach, wie die Branche die Krise meistern kann.

BVDM im Interview

Besser vernetzen

Auch für den Handelsverband Möbel und Küchen ist die jetzige Zeit eine echte Herausforderung, der sich das Team beherzt und zupackend stellt. Die „möbel kultur“ fragte bei dem neuen Geschäftsführer Christian Haeser und seinem Vorgänger Thomas Grothkopp nach, wie die Branche die Krise meistern kann.

„Wir machen uns große Sorgen um die Attraktivität der Innenstädte. Am schlimmsten haben die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie die Gastronomie und im Einzelhandel die Bekleidungsgeschäfte getroffen. Insgesamt rechnen wir im Oktober, wenn die Aussetzung der Insolvenz-Anmelde­pflichten ausgelaufen sein werden, mit einer größeren Zahl an Insolvenzen“, sagt Thomas Grothkopp. „Unabhängig davon ist es eine große Herausforderung, Marktanteile, die im März und April dem Online-Handel und den Bau- und Gartenmärkten zugeflossen sind, in den Möbel- und Küchenhandel zurückzuholen.“ Gleichwohl habe die Branche in den vergangenen Monaten so viel in Werbung investiert wie nie zuvor. Und die Umsätze liegen fast überall deutlich über denen der entsprechenden Vorjahresmonate.

Zu der Frage nach den Entwicklungen in den unterschiedlichen Warengruppen sagt Christian Haeser: „Durch die Schließung der Außer-Haus-Verpflegung hat das Kochen einen viel ­höheren Stellenwert bekommen. Alle entsprechenden Sortimente von Kochgeschirr über Geräte bis hin zu Möbeln wurden stark nachgefragt. Hinzu kam wetterbedingt eine hohe Nachfrage nach Outdoor-Möbeln.“ Wie konnte der Verband die Händler unterstützen? „Die wichtigste Unterstützung für die Handelsunternehmen leisteten zweifellos unsere Kollegen aus den Landes- und Regionalverbänden. Bei uns in der Branche kam die Stärke der Einkaufsverbände hinzu. Für viele Unternehmen sind sie die erste Anlaufstelle für individuelle Hilfe“, betont Thomas Grothkopp.

Und was bringt die temporäre Mehrwertsteuersenkung? Christian Haeser hätte es lieber gesehen, „wenn beispielsweise mit Konsumschecks die Nachfrage in den am heftigsten betroffenen Bereichen wie dem stationären Nonfood-Handel und in der Gastronomie gefördert worden wäre. Die globale MwSt.-Senkung betrifft hingegen zu 70 Prozent nicht den Handel, sondern viele Bereiche, die vom Lockdown gar nicht betroffen waren.“

Lesen Sie das gesamte Interview in der August-Ausgabe der „möbel kultur“.

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