GPK-Branchentagung in Mainz
Benchmarks und Zukunftsvisionen
25 Referenten, 9 Best Practice-Beispiele, 4 Workshops: Unter dem Motto „Zukunftsgeschäfte – womit wir morgen erfolgreich sind“ fand am 15. und 16. Juni die GPK-Branchentagung in Mainz statt, zu der
25 Referenten, 9 Best Practice-Beispiele, 4 Workshops: Unter dem Motto „Zukunftsgeschäfte – womit wir morgen erfolgreich sind“ fand am 15. und 16. Juni die GPK-Branchentagung in Mainz statt, zu der rund 220 Teilnehmer angereist waren, davon ca. ein Drittel aus dem Handel. Eingeläutet wurde die Veranstaltung bereits am Sonntagabend mit einem Event bei der Weber-Grill-Akademie, bei dem die Besucher mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt wurden.
Die gute Stimmung setzte sich dann auf der Tagung fort, die von Thomas Grothkopp, Geschäftsführer Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur moderiert wurde. Einleitend wies Gerald Funk, Präseident des GPK-Bundesverbandes, darauf hin, dass die Konsumstimmung im Mai den besten Wert seit Oktober 2001 erreicht habe, gleichwohl spielen deutlich mehr Player in den relevanten Segmenten mit, sodass die Kuchenstücke insgesamt kleiner werden. Insgesamt gebe es aber für die Branche gute Chancen aufgrund des Individualisierungs- und Regionalisierungstrends. Auch die Themen Grillen, Kochen und
Backen laufen zurzeit gut.
Anschließend stellte Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung, die wichtige Frage: Findet Ihr Kunde Sie auf seiner Customer Journey? Und betonte dabei, dass es in Zukunft immer wichtiger wird, auf unterschiedlichen Kanälen zu kommunizieren. Wie sich WMF von der Metallwarenfabrik hin zur Marke und zum Kundenerlebnis entwickelt, stellte WMF-CEO Peter Feld dar. Thomas Grimme, Geschäftsführer des traditionsreichen GPK-Fachgeschäfts Theodor Bley in Cloppenburg, erzählte von seinen Erfahrungen mit der Installation eines Onlineshops. 2013 gestartet, rechnet er damit, im dritten Jahr profitabel damit arbeiten zu können. Grimme betonte, dass das Unternehmen sehr viele Daten gesammelt habe, die es offline nie bekommen hätte und nun auf beiden Kanälen einsetzen könne. Als reiner Online Pure Player ist Design 3000 seit nunmehr 16 Jahren unterwegs. Geschäftsführer Frank Levita stellte klar, dass es enorm wichtig ist, den Kunden Orientierung auf der Website zu geben. Darüber hinaus unterstrich Levita die hohe Bedeutung, Payback-Partner zu sein. Denn die Punktesammler tragen inzwischen 30 Prozent zum Umsatz bei. Das Geheimnis des Erfolges der Großflächenanbieter im Möbelhandel liegt u. a. im Werbedruck, führte Andreas Knappstein, Geschäftsführer Möbel Knappstein, aus. 97 Prozent Streuverlust bei den Prospekten ist gleichwohl eine Zahl, die nachdenklich stimmt.
In vier spannenden Workshops zu Themen wie Rentabilitätskennzahlen, Multichannel-Praxis, Category Management und Strategiekonzepte 2020 konnten die Tagungsteilnehmer ihre Kenntnisse vertiefen und in kleineren Gruppen mitdiskutieren. Wie ticken die Digital Natives? Darüber gab Philipp Riederle in seinem verblüffenden Vortrag Auskunft. Der 20-Jährige, der bereits für 300 Unternehmen gearbeitet hat, um den Marketingstrategen Wege aufzuzeigen, Produkte und vor allem die richtige Kommunikation für diese Zielgruppe zu entwickeln, sagte: „Die Generation Y geht nur dann ins Fachgeschäft, wenn dieses einen Mehrwert bietet.“ Sein Appell deshalb: „Start making sense.“
Den zweiten Tag der Veranstaltung im Atrium-Hotel eröffnete Andreas Steinle, Geschäftsführer Zukunftsinstitut, indem er von der Digital-Detox-Bewegung in Amerika erzählte, also dem Trend zur Entgiftung vom Datenüberfluss. Steinle stellte diverse neue Handelskonzepte vor, die dem Megatrend Individualisierung bedienen. Eins dieser Konzepte: Das Kochhaus, das wie ein begehbares Rezeptbuch funktioniert und mit nunmehr zwölf Filialen unter Beweis stellt, dass Lebensmittelhandel nicht nur preisgetrieben sein muss. Ebenso stellte Knauber Freizeit den klassischen Baumarkt auf den Kopf und machte daraus eine Lifestyle-Idee für Frauen, der es gelingt, an Samstagen eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von drei bis vier Stunden zu generieren.
Bert Martin Ohnemüller, Geschäftsführer der Neuromerchandising Group, monierte einmal mehr, dass die Branche viel zu viel in der Ware und noch viel zu wenig beim Kunden ist. Sein Credo: „Durch Freundlichkeit kann man den Umsatz um 25 Prozent steigern. Während für Ohnemüller das Bauchgefühl ohne Zweifel im Vordergrund steht, plädierte der Personal- und Unternehmensberater Thaddäus Rohrer bei der Personalentscheidung dafür, vorab alle Fakten methodisch zu prüfen.
Welche Auswirkungen die Hertie-Pleite für ein Mittelzentrum wie Bingen hat und wie man mit dem Programm „Aktive Stadt“ der Strukturschwäche ein Schnippchen schlagen kann, zeigte der Oberbürgermeister der Stadt Bingen und Sprecher des Bündnisses ehemaliger Hertie-Standorte, Thomas Feser, auf.
Den krönenden Abschluss des zweitägigen Events bildete der Kabarettist Lars Reichow, der auf amüsante Art u. a. von der Deko-Hyper-Aktivität seiner Frau erzählte.

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