DCC

Beiräte Wohnen und Polster befürworten Klassifizierung

Mit etwa 30 Teilnehmern traf sich der Fachbeirat Wohnen im DCC am 7. September in Herford zur turnusmäßigen Herbstsitzung. Gastreferent Arne Stock vom Online-Einrichtungsportal moebel.de startete die Sitzung mit einer

Mit etwa 30 Teilnehmern traf sich der Fachbeirat Wohnen im DCC am 7. September in Herford zur turnusmäßigen Herbstsitzung. Gastreferent Arne Stock vom Online-Einrichtungsportal moebel.de startete die Sitzung mit einer Analyse des scheinbar oft unergründlich wirkenden Mediums "Internet" mit Fokus auf den Möbelhandel.

In der Vorstellung der Plattform moebel.de, als Einrichtungsportal selbst kein Onlineverkäufer, wurden vielfältige Zahlen genannt: Demnach treffen drei Millionen Besucher monatlich auf eine Million Produkte, rund 10.000 Händler empfehlen sich über etwa 250 Onlineshops. Arne Stock, der für sein Haus in der Zwischenzeit den Antrag auf Mitgliedschaft im DCC gestellt hat, konzentrierte seinen Vortrag vor allem aber auf „Ropo“ – was bedeutet: "Research Online und Purchase Offline". Mit der provokanten These „Niemand kauft Möbel online“ stellte Stock den Kontext zwischen Online-Recherche der Verbraucher einerseits und dem nachfolgenden Kauferlebnis in der „echten“ Möbelwelt andererseits heraus.

Für moebel.de bedeutet das plakativ übersetzt 20+80=100. Diese Gleichung blickt schon auf das Jahr 2020 und geht davon aus, dass dann 20 Prozent der Verkäufe ausschließlich online, hingegen 80 Prozent der Möbelverkäufe offline stattfinden – nach gründlicher Vorbereitung dieser Kaufentscheidung allerdings zu 100 Prozent online. Somit beginne die oft rätselhafte und mit bis zu 15 Touchpoints kaum „linear“ zu benennende „Kaufentscheidungsreise“ der Kunden also künftig immer im Netz. Fazit Arne Stock: Wer nicht online ist, wird offline nicht mehr wahrgenommen.

Von hieraus war es nur ein kurzer Weg zu Produktdaten und deren Qualität. Wie Stock festhielt, erfolgt heute ohne Daten kein (Online)-Möbelkauf mehr. Bedenklich dabei: Aktuell werden über 70 Prozent potenzieller Möbelkäufe abgebrochen durch unverständliche Produktbeschreibungen sowie unzutreffende oder unansehnliche Produktdarstellungen im Netz. Mit der Aussage „Ein Drittel aller Möbelhändler bezeichnen ihre eigenen Daten als ungepflegt“ elektrisierte der Gastredner schließlich jeden der Teilnehmer beider Fachbeiräte.

Denn hier zeichnet sich derzeit ein eher unschönes Bild, das durch die Vorleistungen des DCC und dessen Datenstandard IDM nicht so ausfallen muss. Die klare Aufgabenstellung sowohl an die Vertreter der Polstermöbelindustrie, der Wohnmöbler und des Handels: die standardisierten Datensätze des IDM fit zu machen für das Internet bzw. die unterschiedlichen Kommunikationskanäle zu und mit den Endverbrauchern. Dazu gehöre auf Handelsseite auch eine Optimierung der lokalen Produkt- bzw. Händlersuche.

Stocks Ausführungen waren eine Steilvorlage für den Vortrag des Heliox-Chefs Stefan Willms. Dieser ist vom DCC beauftragt, die bisher kaum vorhandene Klassifizierung von Möbeln sowie der Fachsortimente voranzubringen. Dass eine vereinheitlichte Klassifizierung unter Regie des DCC erforderlich sei, war und ist nach vorherigen Branchengesprächen sowie den jüngsten Sitzungen von Wohnen und Polster weiter Konsens. Willms ging in seinen Ausführungen teils recht bildhaft vor. Beispiel „Verbrauchersicht“: Was ist ein Sessel – ein gepolsterter Stuhl oder eine einsitzige Couch? Im Kopf sei die Zuordnung meist klar, aber als Datensätze? So verschließen fehlende Klassifikationen dem kaufwilligen Laien ganze Produktwelten. Andere Branchen seien hier weiter, wie die globalen Anbieter eClass, GS1 und andere zeigen.

Die nun entstehende Klassifizierung „Möbel und Einrichten“ sei vom Start weg im Plan, so Willms. Obwohl Nachzügler, wurde mit Fristverlängerung diese Klasse zum 10. September in das eClass-Release 10.0 aufgenommen. Die Befüllung der in den Gremien noch nicht diskutierten 4. hierarchischen Ebene, der Feinstruktur mit allen Produktattributen, ist nun der nächste nötige Schritt, um die Möbel-Klassifikation bis zum Release 10.1 am 31.5.2017 etablieren zu können.

Nach diesem zentralen Tagungskomplex standen in beiden Fachbeiräten die Erfahrungen mit den jeweilig neuesten IDM-Versionen im Fokus. Während der Bereich Wohnen mit dem IDM 1.0 sehr gute, grundlegende Fortschritte macht, geht es aktuell im Format IDM 2.51 bei Polster um Schnittstellenprobleme mit Fehlereliminierung. Hier sind aktuell Konfiguratoren im Gespräch, um eine reibungslose Datenkommunikation zwischen den einzelnen Nutzern bzw. Nutzerkreisen zu ermöglichen.

Die Sitzungen beider Fachbeiräte schlossen mit einem Bericht von Dr. Plümer zum Arbeitskreis „Datenrichtlinien“ und dem neuen Validierungstool. Besonders aufmerksame Zuhörer der Beiratstagung im Hause Himolla waren auch Jaroslaw Jastrzebski und Krystian Szelag, die als Vertreter von Steinpol Central Services Sp. Z o.o. (Rzepin/ Polen) auch die künftige Teilnahme ihres Hauses an den DCC-Gremien signalisierten.

Als nächste Sitzungstermine wurden für den Fachbeirat Wohnen der 21. Februar und für Polster der 7. März 2017 festgelegt.