Bisherige Jahresbilanz

Bau- und Heimwerkermärkte verlieren im dritten Quartal – auf bereinigter Fläche 2014 dennoch 6,4 Prozent im Plus

Die Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland können sich mit dem Verlauf des bisherigen Geschäftsjahres 2014 zufrieden zeigen – auch wenn das dritte Quartal wetterbedingt für Ernüchterung sorgte. Zum Ende des

Die Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland können sich mit dem Verlauf des bisherigen Geschäftsjahres 2014 zufrieden zeigen – auch wenn das dritte Quartal wetterbedingt für Ernüchterung sorgte.
Zum Ende des 3. Quartals musste die Branche zwar mit einem Gesamtbruttoumsatz von 13,53 Mrd. Euro ein Umsatzminus von 5,8 Prozent im Vergleich zu 2013 verzeichnen. Die rückläufige Entwicklung ist dabei aber entscheidend dem Marktaustritt der Praktiker-Max-Bahr-Gruppe geschuldet. Denn auf bereinigter Verkaufsfläche zeigt sich ein deutlich anderes Bild: Hier konnte die Branche ein Umsatzplus von 6,4 Prozent erzielen. Auch der Vorjahresvergleich der Gesamtentwicklung der Unternehmen ohne die Praktiker-Gruppe zeigt mit einem Umsatzplus von 9,8 Prozent ein deutliches Wachstum.
Die höchsten absoluten Umsätze im Zeitraum Januar bis September 2014 verzeichneten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte mit Bauchemie/Baumaterial (1,30 Mrd. Euro), Sanitär-/Heizungswaren (1,14 Mrd.), Anstrichmitteln/Malerzubehör (995,5 Mio.), Gartenausstattung (966,2 Mio.) und Elektro (849,2 Mio.). Betrachtet man die Sortimentsentwicklungen 2014 im Vorjahresvergleich, zeigten sich in den ersten neun Monaten Verluste im Gesamtmarkt insbesondere bei den Pflanzen: Die Umsätze in der Warengruppe Lebend Grün gingen um 16,1 Prozent zurück. Auch bei den Freizeit- und Saisonwaren (minus 15,9 Prozent), im Bereich Technik/Büro/Unterhaltung (minus 13,8 Prozent) und den Sanitär- und Heizungswaren (minus 13,2 Prozent) verzeichnete der Baumarkthandel Umsatzrückgänge. Zuwächse konnten bei Automotive (3,3 Prozent) sowie bei den Gartenmöbeln (0,6 Prozent) und der Gartenausstattung (0,2 Prozent) erzielt werden.
Ein anderes Bild zeigt sich auf bereinigter Verkaufsfläche, hier erreichte die Branche ein Umsatzplus von 6,4 Prozent. Die größten Umsatzsprünge gab es nach dieser Bemessungsgrundlage in den Segmenten Automotive (22,2 Prozent), Freizeit und Saisonware (12,5 Prozent) und die Gartensortimente – auch hier mit Ausnahme von Lebend Grün: So konnten die Warengruppen Gartenchemie/Erden/Saatgut (16,4 Prozent), Gartengeräte/ Be- und Entwässerungsanlagen (12,3 Prozent) und Gartenausstattung (12,0 Prozent) jeweils zweistellige Zuwachsraten verzeichnen, wohingegen Lebend Grün auch bei bereinigter Betrachtung Einbußen von 1,7 Prozent hinnehmen musste.
Entscheidenden Anteil am Ergebnis nach neun Monaten hat das 3. Quartal 2014. Denn im Juli, August und September blieb die DIY-Branche mit einem Gesamtbruttoumsatz von 4,34 Mrd. Euro um 9,9 Prozent hinter dem Branchenumsatz des Vorjahres zurück, auf bereinigter Fläche um 3,2 Prozent – dies wesentlich beeinflusst von der jahreszeitlich untypischen Wetterlage in den Sommermonaten: Hitzetage, extreme Unwetter und enorme Regenmengen bei manchmal nahezu tropischen Wetterverhältnissen im Juli und zahlreiche Tiefdruckgebiete mit hohen Regenmengen und deutlich zu niedrigen Temperaturen im August trübten die Konsumstimmung der Baumarktkunden.
Bei Betrachtung der Sortimentsentwicklung des 3. Quartals zeigen sich Verluste insbesondere auch bei den Gartensortimenten. So gingen die Umsätze bei Gartenmöbeln (22,9 Prozent gesamt/23,9 Prozent bereinigt), Lebend Grün (15,1 Prozent gesamt/8,1 Prozent bereinigt), Gartengeräten/Be- und Entwässerungsanlagen (14,6 Prozent gesamt/7,5 Prozent bereinigt) und Gartenausstattung (12,1 Prozent gesamt/6,0 Prozent bereinigt) zum Teil deutlich zurück.
Verband und Branche zeigen sich für die Marktentwicklung im Gesamtjahr 2014 dennoch verhalten optimistisch. Insbesondere der Blick auf die Performance der aktiven Unternehmen stimme zuversichtlich, die im Vergleich der Gesamtentwicklung ohne die Praktiker-Gruppe mit 9,8 Prozent Umsatzplus nahezu ein zweistelliges Wachstum gegenüber 2013 erzielt hätten, betont der BHB. "Es wird spannend bleiben, die Frage zu beantworten, wie hoch der Umsatzanteil sein wird, der der Branche durch die Praktiker-Insolvenz letztendlich verloren geht", so Huwer.
Die aktuellen Marktzahlen gab der BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) am 25. November 2014 basierend auf dem Total Store Reporting der GfK (Nürnberg) bekannt.