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Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie

Aufschwung wird spürbar

Die deutsche Heimtextilien-Industrie erholt sich. Nach teils kräftigen Einbrüchen im vergangenen Jahr konnte sie in den ersten sechs Monaten 2010 ein jahresdurchschnittliches Umsatzplus von 3,7 Prozent erzielen, teilte heute Martin Auerbach, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Heimtextilien-Industrie, mit. Demnach wird die Konjunktur der Branche aktuell von der wieder anziehenden Inlandsnachfrage (+6,7 %) getragen. Auf den Auslandsmärkten sind dagegen nur vereinzelt Firmenkonjunkturen zu verzeichnen.

Besonders positiv entwickelten sich im ersten Halbjahr die textilen Bodenbeläge. Ihr Umsatzplus lag bei 8,6 Prozent, wobei sowohl gewebte (+1,9 %) als auch getuftete Produkte (+9,6 %) zulegten. Zusätzlich stieg auch ihr durchschnittliches Preisniveau mit 0,4 Prozent leicht an.

Die von der Krise besonders gebeutelten Möbelstoffe starteten hingegen auch 2010 mit weiteren Umsatzrückgängen. Seit dem Frühjahr zeigt sich aber eine gewisse Entspannung, so dass mittlerweile sowohl flachgewebte als auch Veloursstoffe wieder ein positives Vorzeichen aufweisen. Insgesamt endete das 1. Halbjahr für sie mit einem moderaten Minus von 2,3 Prozent. Im Inland wurde dabei das Vorjahresergebnis mit -0,6 Prozent nur knapp verfehlt. Im Ausland betrug das Defizit dagegen 5,1 Prozent, der Exportanteil lag bei 36,1 Prozent. Beim durchschnittlichen Preisniveau konnte sich der Bereich des Flachgewebes verstärken, im Veloursbereich ging es leicht nach unten.

In der Sparte der Dekostoffe lässt der Aufschwung noch auf sich warten. Zwar konnten die Umsatzeinbußen von Januar bis Juni kontinuierlich reduziert werden, jedoch blieb am Ende immer noch ein Minus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum stehen. Von der Entwicklung waren nach wie vor die bedruckten Dekostoffe mit -9,8 Prozent stärker betroffen als die uni-/buntgewebten Stoffe mit 4,3 Prozent. Zudem zeigte sich das Inland mit -6,6 Prozent schwächer als das Ausland mit -5 Prozent. Positiv entwickelte sich dagegen das Preisniveau. Da die Käufer vermehrt zu hochwertiger Ware griffen, stieg es um 1,4 Prozent bei den bedruckten Dekostoffen und um 12,2 Prozent bei den uni-/buntgewebten Textilien an. [page_break]

Auch der Umsatz im Bereich Gardinen ging um 1,8 Prozent leicht nach unten. Im Inland wurde das Vorjahresergebnis um 1,2 Prozent verfehlt, während im Ausland ein Rückgang von 3,5 Prozent verzeichnet wurde.

Bei den Bettwaren erreichte der Umsatz im ersten Halbjahr nahezu das Vorjahresergebnis (-0,4 %). Eine verstärkte Nachfrage konnte hierbei in den Monaten Mai und Juni insbesondere aus dem Inland verzeichnet werden. Insgesamt legte der Umsatz auf dem deutschen Markt um 3,5 Prozent zu. Im Ausland dagegen verzeichnete er mit -12,6 Prozent herbe Einbußen. Die Exportquote sank von 24 Prozent im 1. Halbjahr 2009 auf 21 Prozent. Naturhaarfüllungen konnten auf niedrigem Niveau an Boden gewinnen, während Füllungen aus synthetischen Materialien bei den Steppbetten stabil, im Kissenbereich jedoch rückläufig waren.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Verband aufgrund eines steigenden privaten Konsums sowie einer positiven Prognose für die Bauwirtschaft, ihren positiven Trend fortsetzen zu können. Mit Sorge blickt er allerdings auf die Beschaffungssituation auf den Rohstoffmärkten. Denn dort steigen nicht nur die Preise von Baumwolle und Co. drastisch an, zusätzlich wird die Abhängigkeit von Vormaterialien wie Chemiefasern aus Drittstaaten immer größer. Um dieses Problem zu entschärfen, arbeitet der Verband der Deutschen Heimtextilienindustrie daran, die Politik für dieses Problem zu sensibilisieren.

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