Vereint: Die Beiräte der Segmente Wohnen und Polster auf der ersten Live-Sitzung des Fachbeirats „Living“ des DCC am 1. Juni in den Räumen der Geschäftsstelle in Herford. Foto: DCC

DCC Fachbeirat Living

Auf der Suche nach besserer Datenkommunikation

Endlich mal wieder live - zusätzlich auch virtuell - und mit viel Input für eine bessere Datenkommunikation: Am 1. Juni konnte DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer die DCC-Fachbeiräte aus Unternehmen der Polster- und Wohnmöbelindustrie sowie Vertreter der Softwarehäuser gemeinsam im neu institutionalisierten Fachbeirat „Living“ begrüßen, der aus dem Beirat „Polster“ sowie jenem für „Wohnen“ hervorgegangen ist. Die hybride Veranstaltung mit etwa 40 teilnehmenden IT-Spezialisten wurde vom Geschäftsstellensitz in Herford aus geführt.

Den Auftakt der Gastreferate machten Thomas Leimbrock und Lars Pilgrim aus dem Herforder Start-up Snag Tal, die wenige Wochen zuvor bereits die Fachbeiräte aus Küche und Bad mit ihrem Ansatz zur „Digitalisierung des Protokolls der Montageabnahme“ beeindruckt hatten. Ihre IT-gestützte Lösung zielt auf den After Sales-Bereich mit dem Prozessteil der Abnahme von Möbeln bzw. deren Montage. Dabei wird nicht etwa der simple Übertrag von der bisher üblichen Papierabwicklung auf digitale Daten forciert, sondern der komplette Datenzusammenfluss aus Industrie und Handel für maximale Informationstransparenz. Die aktuelle Version 2.0 zielt noch primär auf Küchen mit bekannt hohem Montageaufwand - ein Großkunde aus dem Handel mit rund 250 Filialen setzt die Software bereits ein. Branchenübergreifend und produktunabhängig sollen in Kürze die Segmente Polster- und Wohnmöbel integriert werden.

Derzeit werden Montageberichte oder Reklamationsprotokolle handschriftlich mehr oder minder lesbar erfasst und in der Wertschöpfungskette vom Monteur bearbeitet. Die Fehleranfälligkeit ist groß, die Transparenz gering und die verursachten Kosten – allein durch die langen, mehrstufigen Abläufe – unvertretbar hoch. Jede einzelne Beanstandung bei der Abnahme verursacht beispielsweise 250 Euro Kosten. Die von Snag Tal entwickelten dynamischen bzw. flexiblen Check-Listen mit anhängbaren Bilddaten machen den Monteuren und Sachbearbeitern in den Unternehmen das Leben deutlich leichter. Missverständnisse werden ausgeräumt, Transparenz und umfassende Informationen sind gewährleistet, Reklamationen wie auch die finale Abnahme durch den Kunden werden eindeutig erfasst.

Die jeweiligen Listen sind übersichtlich nach Kapiteln, d.h. nach Produktsegmenten wie Licht, Spüle, Front, Arbeitsplatte etc. gegliedert. Definierte Ablaufschritte unterbinden ein Übersehen einzelner Auftragsdetails und andererseits ungewollte Doppelarbeit. Die Web- und App-hinterlegte Lösung, zudem konform nach DSGVO und Geldwäschegesetz, sorgte im Fachbeirat für einen lebhaften und aufgeschlossenen Austausch. Dr. Plümer nahm den Auftrag mit, den DCC-Arbeitskreis EDI nach Küche/Bad nun auch mit der Schnittstellenentwicklung für das Living-Segment zu beauftragen.

Die folgende Präsentation „Output Management aus einer Hand“ von Jörg Hammer und Thomas Piehler (Profiforms, Leonberg) zielt auf den Paradigmenwechsel bei Business-Kommunikationslösungen von Dokument-basiert auf Event-getrieben. Ihr Unternehmen mit 35 Mitarbeitern an drei Standorten entwickelt Software zur performten Aufbereitung von Dokumenten in Produktion, Logistik und Verwaltung als mulitfunktionale PDF für verschiedene Peripherien.

Im nachfolgenden Bericht zur abgelaufenen Berichtsperiode standen der Beitritt des Unternehmens Liebherr als erster Gerätehersteller im DCC, die Infas-360 Grad-Studie sowie die Informationsplattform Moebel Digit@l im Mittelpunkt. Plümer lud alle Sitzungsteilnehmer ein, diese brancheninterne Wissensplattform mit werbefreien Seminar- und Weiterbildungsformaten aus den Unternehmen zu füttern und aufzuwerten. Zudem informierte er für sein auf den 7. September terminiertes Interview für die breite LinkedIn-Nutzerschaft zum Thema: „Wer ist und was macht eigentlich das DCC...?“

Professor Dr. Bakakis von der Hochschule Worms zeigte sich erleichtert, dass der geplante DCC Digitalindex nun fast am Ziel ist und im September „ans Netz“ gehen könne. Dieses Tool zur unternehmerischen sowie branchenbezogenen Statusermittlung des Digitalisierungsgrades ist nunmehr mit dem europäischen Digitalisierungsindex DESI und auf den kommenden Digital.Index Mittelstand Deutschland „DE.DIGITAL“ harmonisiert und erhält damit eine noch größere Aussagekraft.

Nach dem ausführlichen Tätigkeitsbericht durch Annika Degenhard (Geschäftsführungsassistenz) aus Arbeitskreisen und -gruppen konzentrierte sich die Sitzung auf das wichtige Feld der 3D-Visualisierung von Möbeln auf elektronischen Endgeräten. Dr. Ekkehard Beier (Intelligentgraphics), Pius Wolf (W. Schillig) und der exklusiv aus Istanbul angereiste Koray Kızılkaya (Tablet Dekor) stellten hier interessente Lösungsansätze vor. Beim abschließenden Dank an alle Teilnehmer an der Beiratssitzung sprach Dr. Plümer an Tablet Dekor die Einladung aus, aktiv im Arbeitskreis 3D mitzuwirken – die Kızılkaya sehr aufgeschlossen annahm.

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