Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren
Auf dem Weg zu einem PCF-Branchenstandard
Schritt für Schritt zur Norm: Der Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren will einen Product Carbon Footprint-Standard für Schneidwaren, Kochgeschirr und Bestecke schaffen. Ein ganztägiger Methodikworkshop lieferte neue Erkenntnisse.
Der Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren (IVSH) hat gemeinsam mit Bofest Consult in Düsseldorf einen ganztägigen Product Carbon Footprint (PCF) Methodikworkshop durchgeführt. Im Fokus standen die zentralen Bausteine einer ISO-14067-konformen Methodik – präzise Systemgrenzen (cradle-to-grave), die funktionelle Einheit als konsistente Bezugsgröße sowie transparente Regeln zu Cut-off und Allokation –, ergänzt um einheitliche Standardszenarien für Herstellung, Transport, Nutzungsphase und End-of-Life.
Der Workshop ist Teil eines seit Herbst 2025 laufenden Fahrplans. Dazu gehören die Analyse relevanter Normen und Branchenstandards, der Aufbau der IVSH-PCF-Taskforce, ein erster Ganztagesworkshop sowie gezielte Abfragen und Verbandsumfragen. Als nächste Schritte sind die Ausarbeitung des Entwurfs, digitale Verbands-Feedbackrunden und eine Validierung oder Überführung in die Normung vorgesehen.
Was der entstehende Standard leisten soll
Der PCF-Branchenstandard soll klare, anwendungsnahe Leitplanken bieten und Interpretations- und Abstimmungsaufwände reduzieren. PCF-Berechnungen sollen vergleichbarer werden. Sie sollen transparent dokumentiert und gegenüber Kunden- und Regulatorik-Anforderungen robuster sein. Die Basis bilden eine ISO 14067-konforme Methodik mit einheitlichen Cut-off- und Allokationsregeln sowie praxistaugliche Standardszenarien über den gesamten Lebenszyklus. Gleichzeitig soll der Ansatz die Effizienz erhöhen – von der Datenerhebung bis zum Roll-out.
Strategisch eröffnet der entstehende PCF‑Branchenstandard Unternehmen messbare Effizienzgewinne entlang der Wertschöpfung. Es gibt weniger Abstimmungs‑ und Datenerhebungsaufwand durch einheitliche Defaults, zielgerichteter Ressourceneinsatz dank klarer Prioritäten in Herstellung, Transport, Nutzungs‑ und End‑of‑Life‑Phasen, schnellere Compliance‑Fähigkeit sowie belastbare, vergleichbare Kennzahlen als Basis für Einkauf, Produktentwicklung und wirksame Nachhaltigkeitskommunikation.
Verband übernimmt Vorreiterrolle
Mit diesem Prozess übernimmt der IVSH bewusst eine führende Rolle. Die Kombination aus ISO-Konformität, klar definierten Methodikbausteinen und der vorgesehenen Validierung soll einen Referenzrahmen schaffen, der über Deutschland hinaus Maßstäbe setzt. Es besteht der Anspruch, den ersten international tragfähigen, methodisch robusten PCF-Branchenstandard für Schneidwaren, Kochgeschirr und Bestecke zu etablieren.
„Wir setzen als Verband einen neuen Maßstab: Der IVSH entwickelt einen international tragfähigen und ganzheitlichen PCF-Branchenstandard für Schneidwaren, Kochgeschirr und Bestecke – ISO 14067-konform und auf Validierung bzw. Normung ausgerichtet. Der Standard soll die Wettbewerbsfähigkeit und Glaubwürdigkeit unserer Industrie stärken und soll vergleichbare, belastbare Angaben entlang der gesamten Wertschöpfung erleichtern. Für unsere Mitglieder soll das weniger Interpretationsaufwand, standardisierte Defaults statt Einzelfall-Workarounds und damit spürbar effizientere, belastbarere und vergleichbare PCF-Berechnungen ermöglichen.“ sagt IVSH-Geschäftsführer Jan-Frederik Kremer.

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