VHK Herford

Armin Laschet zu Gast

Erneut Polit-Prominenz im Hettich-Forum: Die 24. „Möbelrunde Ostwestfalen-Lippe“ begrüßte am 7. Juni Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet als Ehrengast in Kirchlengern. Mit Nachdruck versicherte er dort der Wirtschaft des Landes seine Unterstützung. Es gehe darum, das bevölkerungsreichste Land in Deutschland wieder in der ersten Reihe hinsichtlich Attraktivität, Infrastruktur, Planungsflexibilität und Digitalisierung zu platzieren. 

Dabei sparte er nicht mit Lob für Ostwestfalen-Lippe im allgemeinen und die dort ansässige Möbelindustrie im besonderen, denn Region und Branche – der „ländliche Raum“ in NRWs Osten also – seien in vielen Dingen weiter und schneller als der Landesdurchschnitt. 

Zuerst begrüßte Hausherr Dr. Andreas Hettich den Ministerpräsidenten, die Gäste sowie die Gründerväter der Möbelrunde wie Dr. Lucas Heumann von den Möbelverbänden NRW, Wolfram Jacob vom Arbeitgeberverband Herford oder Reinhard Göhner, vormals BDA-Chef. 

Dr. Hettich ging in seinen einführenden Worten hart ins Gericht mit den vielen Stöckchen, über die Unternehmen heutzutage „springen“ müssten. Dabei schlug er einen großen Bogen von der deutschen Gesetzgebung mit Blick auf Arbeitsrecht und Rente mit 63 über die EU mit der an sich sinnvollen, aber bürokratisch überladenen Datenschutz-Grundverordnung bis hin zur internationalen Bühne mit Handelsbeschränkungen und der Rückführung von einst mühevoll ausgehandelten Zollerleichterungen. 

Armin Laschet griff diese Steilvorlagen in seinem Referat auf und hinterfragte die aktuell von der Politik gestalteten Rahmenbedingungen für Staaten, Bürger und Unternehmen. Auf die Region Ostwestfalen-Lippe bezogen lobte Laschet die Möbelindustrie als einen wichtigen Motor und gutes Beispiel, wie sich mit Gestaltungsfreiheit, Mut zum Risiko und kollektivem „Wir-Gefühl“ eine sogenannte ‚alte Branche‘ zukunftssicher positioniert hat. Als wichtigen Pluspunkt für OWL machte der Ministerpräsident die funktionierenden ländlichen Strukturen aus, womit sich viele der üblichen Allgemeinplätze – wie Landflucht und Urbanisierung – im Fall Nordrhein-Westfalens positiv umkehren. 

Auf der Agenda des jetzigen Führungsteams von NRW stehen unter anderem die Verbesserung finanzieller, unternehmerischer und wissenschaftlicher Rahmenbedingungen – jüngstes Beispiel sei das verabschiedete Hochschul-Freiheitsgesetz. Wichtig weiterhin die Beschleunigung und Flexibilisierung von Planungsvorhaben – beispielsweise für Industrieanlagen bzw. Industrie- und Gewerbeflächen. Das Stichwort heißt hierbei: Fortschreibung und sinnvolle Korrektur des Landesentwicklungsplans. 

Zwei weitere Themen hob Armin Laschet besonders hervor: Den Nachholbedarf bei der Breitbandversorgung und der Fachkräftesicherung. In diesem Zusammenhang betonte er die Notwendigkeit eines Einwanderungsgesetzes ebenso wie massive Investitionen in das Bildungssystem in NRW. 

Nach einem kurzen Ausflug zu zwingend erforderlichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur des Landes schloss der Ehrengast seinen Vortrag mit den Worten „Wir wollen wieder in der ersten Liga spielen!“ und dem Nachsatz „…was Ostwestfalen-Lippe vielfach schon gelingt.“ 

Dr. Lucas Heumann dankte dem Ministerpräsidenten für sein Kommen, die offenen Worte und sein Engagement zum Wohle von Region und Land. Der Geschäftsführer der Möbelverbände NRW bereitete anschließend mit der Fokussierung auf die Komplexe Flächenplanung, Berufsausbildung, demografischer Wandel und Infrastruktur den Boden für die abschließende Podiumsdiskussion vor. 

Unter Moderation von Corinna Kronsbein, Referentin des Hauptgeschäftsführers der Möbelverbände NRW, traten dazu Jana Schönfeld (Hettich), Imke Rademacher (Experimint), Dr. Lars Bopf (Nobilia), Jan Kurth (Hauptgeschäftsführer VDM/HDH) sowie Moritz Lohe (BDA) in den Diskurs zur Aufgabe „Wie kann die Möbelbranche die bestehenden und kommenden Herausforderungen meistern?“

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