Haus Aussel

Architekten statt Möbelhersteller im Blick

Neues Konzept, neue Mitglieder und neugestaltete Ausstellung: So präsentierte sich die Designwerkstatt Haus Aussel bei ihrer Wiedereröffnung am vergangenen Freitag einem interessierten Publikum. Im Focus der Designwerkstatt am Stadtrand von

Neues Konzept, neue Mitglieder und neugestaltete Ausstellung: So präsentierte sich die Designwerkstatt Haus Aussel bei ihrer Wiedereröffnung am vergangenen Freitag einem interessierten Publikum.
Im Focus der Designwerkstatt am Stadtrand von Rheda-Wiedenbrück sollen in Zukunft vor allem Architekten und Innenausbauer stehen. Sie will man mit kreativen Impulsen und Produkt-Ideen versorgen. Notwendig wurde die Neuausrichtung vor allem aufgrund des nachlassenden Interesses der Möbelindustrie, für die die 600 qm große Dauerausstellung von zuletzt 25 Zulieferfirmen im historischen Haus Aussel eigentlich gedacht war. "Doch die Kommunikationswege der Industrie haben sich offenbar verändert", wie Hettich-Geschäftsführer Hans Husemann, zugleich auch Vorsitzender des Haus Aussel-Trägervereins, mit Blick auf die zuletzt immer geringere Resonanz der Möbelhersteller auf das Angebot der Designwerkstatt feststellte.
Für neues Leben in der 1988 gegründeten Designwerkstatt soll jetzt das im vergangenen Jahr erarbeitete "Konzept 2000plus" sorgen, mit dem der Trägerverein die Designwerkstatt wieder zu einem wichtigen Kommunikatinsmedium und -treffpunkt machen will – wenn auch nicht mehr für die Möbelindustrie, sondern speziell für die Wachstumsmärkte Innenausbau und Objektgeschäft.
Wobei diese Ausrichtung nicht von allen Mitgliedern mitgetragen wurde. Lediglich sieben von zuletzt 25 im Trägerverein organisierten Unternehmen entschlossen sich, auch das neue Konzept zu unterstützen. Allerdings zählt die Designwerkstatt dank zahlreicher Neuzugänge mittlerweile schon wieder 23 Mitglieder.
Dabei werden die Produkte der einzelnen Unternehmen in der in den vergangenen zwei Monaten für mehrere Hunderttausend Mark komplett umgebauten Ausstellung nicht mehr getrennt voneinander präsentiert. Der Messe-Charakter der bisherigen Präsentation fehlt völlig. Gezeigt werden jetzt Problemlösungen. Unterschiedliche Raum- und Produktszenarien verdeutlichen die vielfältigen Einsatz- und Verarbeitungsmöglichkeiten des Zuliefererangebots. Anders als bisher, als oft genug Prototypen ausgestellt wurden, ist jetzt auch die Lieferfähigkeit der gezeigten Produkte auch in kleinsten Stückzahlen Messlatte für die Aufnahme der Komponenten in die Ausstellung. Abgerundet wird das "Konzept 2000plus" durch Designstudien, Vorträge und Diskussionsrunden.
Für Vereins-Vorstand Hans Husemann eine insgesamt zukunftsfähige Ausrichtung. Wobei er aber davor warnte, den Erfolg der Designwerkstatt ausschließlich am ökonomischen Erfolg der einzelnen Mitgliedsfirmen zu messen. "Hierfür gibt es keine mathematische Formel."