Findet sich kein Investor für Quelle Österreich, gehen auch in der Linzer Firmenzentrale die Lichter aus.

Quelle Österreich

Anmeldung der Insolvenz steht bevor

Es zeichnete sich bereits ab. Mit der Übernahme der Quelle-Markenrechte durch den Otto-Konzern verringerte sich die Chance auf ein Überleben der österreichischen Quelle-Tochter dramatisch. Folglich muss nun auch die AG in der Alpenrepublik Insolvenz anmelden.

Bis letzten Donnerstag hegten die 1.100 Mitarbeiter noch die Hoffnung, dass Otto neben der russischen auch die als rentabel geltende österreichische Ländergesellschaft kaufen und sie zum Drehkreuz für den mittel- und osteuropäischen Markt ausbauen würde. Das war nicht der Fall. Handelsexperten bemängeln die Infrastruktur von Quelle Austria - Verwaltung, Lager und Logistik gelten als überdimensioniert und hätten zwingend restrukturiert werden müssen. Zudem schätzen Insider die Verbindlichkeiten der Ländergesellschaft auf 100 Mio. Euro. Darüber hinaus sieht der Otto-Konzern nicht die Notwendigkeit für zwei Universalversender in dem 8,35 Millionen-Einwohner-Staat. Es ist davon auszugehen, dass diese Faktoren die Hamburger davon abhielten, in Österreich zuzuschlagen.

Quelle Austria könnte nur überleben, wenn sich ein Investor findet, der die Markenrechte vom Otto-Konzern zurückkauft oder -leiht und eine Stand-Alone-Lösung vorsieht. Noch am Wochenende verhandelte Quelle-Österreich-Vorstand Wolfgang Binder mit potenziellen Investoren - mit wenig Aussicht auf Erfolg. Sollte sich bis Dienstag kein Finanzier gefunden haben, ist das endgültige Aus besiegelt und in Österreich würden sich ähnliche Szenen abspielen wie in Deutschland - Massenentlassungen, Total-Räumungsverkäufe und politische Beileidsbekundungen inbegriffen.

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