Pfleiderer

Angespannte Lage trotz Umsatzplus

381,4 Millionen Euro beträgt der Umsatz, den Pfleiderer im 3. Quartal dieses Jahres erwirtschaften konnte. Damit übertrifft das Unternehmen den Vorjahreswert um 9,8 Prozent. Für rund sechs Prozent des Anstiegs

381,4 Millionen Euro beträgt der Umsatz, den Pfleiderer im 3. Quartal dieses Jahres erwirtschaften konnte. Damit übertrifft das Unternehmen den Vorjahreswert um 9,8 Prozent. Für rund sechs Prozent des Anstiegs waren Wechselkurseffekte – insbesondere aus dem polnischen Zloty und dem kanadischen Dollar – verantwortlich, der Rest entfiel hauptsächlich auf Preise.
Trotz dieser gewachsenen Umsätze sank das Bruttoergebnis von 80,3 Millionen Euro auf 76,5 Millionen Euro. Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegenen Rohstoffpreise – insbesondere bei Holz und Chemikalien (Leim und Vorprodukte) – haben auch die Bruttomarge belastet. Sie ging aufgrund der um 2,2 Prozentpunkte gestiegenen Materialkostenquote auf 20,1Prozent zurück (Q3 2009: 23,1 Prozent). Allerdings verringerte sich im Vergleich zum ersten Quartal 2010 (58,1Prozent) die Materialkostenquote auf 56,3 Prozent.
Das EBITDA kletterte im dritten Quartal 2010 auf 28 Millionen Euro nach 26,5 Millionen Euro im
Vergleichsquartal des Vorjahres. Damit belief sich die EBITDA-Marge im dritten Quartal 2010
auf 7,3 Prozent nach 7,6 Prozent im Vorjahresquartal.
Die Nettoverschuldung konnte gegenüber dem Vorquartal um 48,9 Mio. Euro auf 914,5 Mio.
Euro abgebaut werden.
Pfleiderer erwartet kurzfristig keine tiefgreifende Erholung des Rohspanmarkts. Angesichts der Überkapazitäten in Westeuropa mahnt das Unternehmenr eine Anpassung des Produktionsangebots an. Deshalb beschäftigt sich Pfleiderer derzeit aktiv mit Planungen, die zur Schließung weiterer Produktionskapazitäten in Deutschland an den Standorten Ebersdorf und Nidda führen
könnten. Außerdem drücken stark gestiegene Rohstoffkosten, deren Weitergabe an die Kunden oft schwierig ist, auf die Margen. Außerdem bleibt die konjunkturelle Lage in Nordamerika angespannt.
Darüber hinaus prüft das Unternehmen, welche Restrukturierungsmaßnahmen in Betracht kommen. Diese könnten im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung zu Abschreibungen und Restrukturierungsaufwendungen führen. Vor diesem Hintergrund schließt Pfleiderer nicht aus,
dass, sollte sich die Marktlage nicht nachhaltig bessern, die mit den Banken vereinbarten
Kennzahlen in der Zukunft nicht einhalten können und erneut in Verhandlungen geführt
müssen. Die Folge wäre eine Verteuerung oder gar Fälligstellung der Kreditlinien. Laut Pfleiderer könnnte sich dies im Extremfall als bestandsgefährdend erweisen.
Eine nachhaltige Verbesserung des Ergebnissituation erwartet das Unternehmen für das kommende Jahr.