Der Widerstand gegen die neuen Rundfunkgebühren wächst. Heute haben alle Einzelhandelsverbände in Deutschland die gemeinsame Website www.gebuehrenwucher.de freigeschaltet.

Einzelhandel

Ärger über GEZ-Gebührenreform

Dem Protest der Einzelhandelsverbände in ganz Deutschland zum Trotz ist die GEZ-Gebührenreform jetzt beschlossene Sache. Sie soll ab dem 1. Januar 2013 in Kraft treten. Stein des Anstoßes: Statt der bisherigen geräteabhängigen Berechnungsgrundlage wird nun betriebsbezogen kalkuliert. Das neue Gebührenmodell beschert so vielen Handelsunternehmen immense finanzielle Mehrbelastungen.

"Die durchschnittliche Belastung je Einzelhandelsunternehmen wird bei vielen Betrieben um das Zwei- bis Dreifache steigen", sagt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Die Dimensionen zeigen sich beispielsweise bei einer großen Drogeriehandelskette: Das Unternehmen soll ab dem Jahr 2013 nach dem neuen Rundfunk-Gebührenmodell 464 Prozent mehr GEZ-Gebühren zahlen.

Die Steigerungen entstehen durch neue Berechnungsgrundlagen in der GEZ-Novelle. So wird die Höhe des Beitrages zum einen an der Zahl der Mitarbeiter bemessen. Das Problem: Die Zählung erfolgt pro Kopf. So zahlt der Inhaber eines Betriebes mit fünf in Teilzeit und vier in Vollzeit angestellten Mitarbeitern, wenn er ausschließlich PCs und keine Radio- oder Fernsehgeräte nutzt, künftig den dreifachen Betrag. "Eine Teilzeitkraft, die 20 Stunden in der Woche arbeitet, wird genauso gezählt wie eine Vollzeitkraft. Ganz davon abgesehen, dass der PC ein Arbeits- und kein Unterhaltungsmedium ist", so Genth. Zum anderen wird ab dem kommenden Jahr jede Betriebsstätte eines filialisierten Einzelhandelsunternehmens einzeln zur Kasse gebeten.

Mit der Seite www.gebuehrenwucher.de starten die Einzelhandelsverbände nun eine Kampagne gegen "die Ungerechtigkeiten der GEZ-Novelle", wie es in einer Presseerklärung heißt. Mittels eines Tarifrechners können die Unternehmen auf der Plattform ihre Beiträge ab 2013 berechnen und die Mehrkosten anonymisiert an die Einzelhandelsorganisation melden. Genth: "Wir wollen durch den gemeinsamen Protest auf die Benachteiligung des Handels aufmerksam machen und für die Branche unbedingt notwendige Nachbesserungen erreichen."

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