Miele

7,5 % Umsatzplus – Lieferstopp nach Russland

Die wechselvollen Zeiten prägen auch die Entwicklung bei Miele, wie sich in der heute veröffentlichten Bilanzmitteilung zeigt. Wobei die Zahlen bislang positiv aussehen: Einerseits angetrieben durch die Corona-Sonderkonjunktur, andererseits beeinträchtigt durch die Lieferketten-Problematik insbesondere bei Halbleitern, erreichte der Umsatz im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch. Mit 4,84 Mrd. Euro wurden insgesamt 7,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor erzielt. In Deutschland kam der Umsatz auf 1,39 Mrd. Euro (+5,1%). Im Ausland sorgten vor allem Osteuropa, China und die USA für überproportionales Wachstum. Als weitere Taktgeber für den weltweiten Markenauftritt wurden 25 Miele Marken Stores neu eröffnet, darunter in Doncaster (Australien), Düsseldorf, Edinburgh, Peking, Tallinn und Warschau.

Trotz der Zulieferengpässe haben sich alle Produktgruppen positiv entwickelt, insbesondere aber Kühl- und Kochgeräte sowie Geschirrspüler. Für Pusheffekte sorgten Kühlgeräte mit feinem Sprühnebel („PerfectFresh Active“) und die neue Einbaugeräte-Generation 7000. Auch die Bereiche Wäsche- und Bodenpflege sowie Kaffeezubereitung liegen teils deutlich über dem Vorjahr. Seit vergangenem Herbst ist Miele auch mit neuen Geschirrspülern in der bestmöglichen Effizienzklasse A am Markt vertreten. Mehr als die Hälfte aller in den Handel gebrachten Geräte ist inzwischen vernetzungsfähig, was u.a. auch Remote-Updates und schnellere Reparaturen ermöglicht. Die Business Unit Professional (Wäschereitechnik, professionelles Geschirrspülen sowie Medizin- und Labortechnik) hat mit rund 14 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen und konnte um 6,2 Prozent zulegen, insbesondere auch durch mobile Luftreiniger. In der neu errichteten Business Unit „New Growth Factory“ gab es 2021 zwei vielversprechende Übernahmen: Neben dem Düsseldorfer Start-up Otto Wilde Grillers gehört Eurofilters (U.a. Staubbeutel) mit Sitz im belgischen Pelt dazu.

Mit der Prüfung wichtiger Produktgruppen auf 20 Jahre Lebensdauer, dem Einsatz von grünem Stahl und recyceltem Kunststoff sowie diversen Maßnahmen werden weiterhin Nachhaltigkeitsziele intensiv verfolgt. Seit 2021 arbeitet Miele über alle Standorte hinweg CO2-neutral, der CO2-Fußabdruck aus der Nutzungsphase der Miele-Geräte soll bis 2030 15 Prozent weniger Emissionen im Vergleich zu 2019 aufweisen.

Der Auftragsbestand zum Jahresstart 2022 ist ebenfalls so hoch wie nie. Um die teils deutlich verlängerten Lieferzeiten wieder zu verkürzen, produziert Miele in allen Werken mit größtmöglicher Auslastung. Gleichzeitig beschäftigt der Ukraine-Krieg das Unternehmen sehr intensiv in eigener Sache. In der Ukraine (54 Beschäftigte) ebenso wie in Russland (230 Mitarbeiter:innen) bestehen eigene Vertriebsgesellschaften. Geschäftsleitung und Belegschaft zeigen sich entsprechend tief erschüttert über das Leid der Menschen und es gebe eine große Welle der Hilfsbereitschaft im gesamten Konzern. Zugleich hat sich Miele aus geopolitischen Gründen entschlossen, die eigenen Shops (Miele Experience Center) und den Webshop zu schließen und die Investitionen in den russischen Markt einzufrieren, wobei die Mitarbeiter:innen noch für sechs Monate weiterbezahlt werden.

Insgesamt arbeiteten Ende 2021 weltweit 21.921 Menschen für die Miele Gruppe, das sind 977 oder 4,7 Prozent mehr als vor einem Jahr und auch mehr als jemals zuvor. In Deutschland sind es aktuell 11.397 Beschäftigte und damit 331 mehr als Ende 2020. Während Personal zusätzlich eingestellt wurde, um neue Geschäftsfelder zu erschließen, die Digitalkompetenz zu stärken oder zum Aufbau neuer Standorte, konnte der 2019 angekündigte Abbau von weltweit bis zu 1.070 Arbeitsplätzen auf 800 Stellen begrenzt werden. Zugleich wurde Ende 2021 das im Herbst 2018 begonnene Wachstums- und Effizienzprogramm Design2Excellence (D2E) erfolgreich abgeschlossen. Das Ziel, 193 Mio. Euro an Kosten pro Jahr dauerhaft einzusparen, wurde trotz der Erschwernisse durch die Pandemie fast erreicht.

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