Alno
3,7 Prozent Plus in der Umsatzbilanz – nur die Schweizer schwächeln
Nach einem erneuten Wachstum im vierten Quartal konnte der Alno-Konzern das Gesamtjahr 2015 mit 3,7 Prozent Plus – und damit 521,5 Mio. Euro – abschließen. Das Ebitda hat sich, bereinigt
Nach einem erneuten Wachstum im vierten Quartal konnte der Alno-Konzern das Gesamtjahr 2015 mit 3,7 Prozent Plus – und damit 521,5 Mio. Euro – abschließen. Das Ebitda hat sich, bereinigt um Sondereffekte, um 28,3 Mio. Euro oder 100,3 Prozent verbessert, von -28,2 Mio. Euro auf 0,1 Mio. Euro. Inklusive Sondereffekte beträgt es im abgelaufenen Geschäftsjahr 27 Mio. Euro. Bei den Sondereffekten handelt es sich um knapp 27 Mio. Euro aus dem Verkauf von Impuls Küchen zum 30. Juni 2015.
Das Umsatzwachstum sei vor allem aus dem Ausland gekommen, berichtet CEO Max Müller in seiner Presseinfo: „Damit verringern wird weiter die Abhängigkeit vom aggressiven deutschen Markt. Unsere Vertriebsstrategie im Ausland beinhaltet zunehmend eine Vertikalisierung. Das bedeutet, dass wir immer mehr eigene Shops betreiben und damit zusätzlich eine lukrative Handelsmarge erwirtschaften. Diese liegt spürbar über den üblichen Margen in Deutschland.“ Während der Auslandsanteil bei Alno 2012 noch bei 29 Prozent lag, beträgt dieser jetzt 56 Prozent.
Dabei blieb allerdings die Umsatzentwicklung von AFP Küchen hinter den Erwartungen zurück. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 132,8 Mio. Euro und damit 7,2 Mio. Euro oder 5,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Grund dafür sei, dass die Produktionsverlagerung von der Schweiz nach Deutschland zu Verunsicherungen bei den AFP-Kunden geführt habe. Ohne AFP hat es 2015 eine Umsatzsteigerung um 7,2 Prozent auf 389,2 Mio. Euro gegenüber 2014 gegeben.
Außerdem meldet Alno, dass die Zentralisierung und der damit verbundene Stellenabbau in den administrativen Bereichen und Leitungsfunktionen in Deutschland weitestgehend abgeschlossen sind. An den drei deutschen Standorten wurden insgesamt etwa 100 Stellen abgebaut. Im Ausland wurden bereits im ersten Halbjahr 2015 Stellen in geringem Umfang gestrichen. Beide Maßnahmen werden in 2016 zu einem nachhaltigen operativen Ergebnisanstieg von etwa 7 Mio. Euro führen. Durch den Verkauf der Impuls Küchen sei außerdem eine bessere Positionierung der verbliebenen Marken, ohne Überschneidungen, möglich.
Mit der Whirlpool Corporation, dem größten Aktionär, und der Comco Holding AG wurden überdies neue Vereinbarungen getroffen, wodurch vertraglich vereinbarte Rückführungen in Höhe von rund 50 Mio. Euro im laufenden Jahr entfallen. Sie wurden um ein Jahr beziehungsweise teilweise sogar bis Juni 2018 verlängert.
Update 26.2.
Nach knapp fünfjähriger Verfahrensdauer kann Alno auch das Kapitel Deisel schließen. Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die beiden Nichtzulassungsbeschwerden des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden zurückgewiesen. Damit ist seine außerordentliche Kündigung vom April 2011 rechtskräftig. Bereits im November 2014 hatte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf den Berufungen der Alno AG in vollem Umfang stattgegeben und die Klagen des ehemaligen CEO gegen seine außerordentliche Kündigung vom April 2011 abgewiesen. Der Streitwert beider Verfahren belief sich auf rund 6,5 Mio. Euro. Bei Unwirksamkeit der Kündigungen hätten Ansprüche in Höhe von bis zu 7,5 Mio. Euro gegen die Alno AG im Raum gestanden.

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