BVDM Handelsverband Möbel und Küchen

3,6 Prozent weniger Umsatz 2023

Der Möbel- und Küchenhandel verzeichnet 2023 ein Umsatzminus von 3,6 Prozent. Als Gründe dafür nennt der BVDM die deutlich erhöhten Herstellerkosten, die der Handel an die Kunden weiterreichen musste. Die

Der Möbel- und Küchenhandel verzeichnet 2023 ein Umsatzminus von 3,6 Prozent. Als Gründe dafür nennt der BVDM die deutlich erhöhten Herstellerkosten, die der Handel an die Kunden weiterreichen musste. Die Konsument:innen reagieren wiederrum mit einer großen Konsumzurückhaltung, die sich zum einen aus den hohen Preisen und zum andern aus der Sättigung der Corona-Jahre ergab. Diesen Konsumverzicht bekam der Möbel- und Küchenmarkt 2023, spätestens ab der zweiten Jahreshälfte, deutlich zu spüren. Zudem machte der Branche der stockende Wohnungsbau deutlich zu schaffen.

Unter den einzelnen Warengruppen hat sich der Küchenmöbelbereich wieder am stärksten bewiesen. So konnte 2023 trotz Baukrise ein Umsatzplus von 2,9 Prozent verzeichnet werden. Allerdings macht sich allmählich die Baukrise bemerkbar und hemmt das Umsatzwachstum auch der Küchenmöbelbranche. Die übrigen Warengruppen Wohn- Schlaf- und Jugendzimmer (-3,6%), Polstermöbel (-9,6%), Kleinmöbel (-5,1%), Bad- und Gartenmöbel (-5,9%) verzeichneten allesamt eine geringe negative Umsatzentwicklung. Hierbei konnten die fehlende Nachfrage durch gestiegene Preise abgefedert werden.

Der Möbel- und Küchenhandel konnte nicht an die Zahlen des vorangegangenen Jahres anknüpfen. 2023 beliefen sich die Umsätze mit Wohnmöbeln auf rund 22,6 Mrd. Euro, was einem Rückgang von 3,6 Prozent gegenüber 2022 entspricht.

Bezogen auf den Vertrieb konnte sich der Möbelfachhandel einmal mehr behaupten. Der Möbel-Onlinehandel hat in den letzten Jahren, begünstigt durch die Corona-Pandemie, zwar eine hohe Umsatzsteigerung gehabt. Dennoch ist der Markt in der Hand des stationären Handels geblieben. So kam der Möbel-Fachhandel zusammen mit den Möbel- und Küchenspezialisten auf einen Marktanteil von circa 80 Prozent.

Das kommende Jahr dürfte ebenfalls kein einfaches für den Möbel- und Küchenhandel werden. Das IFH Köln rechnet mit einer negativen Wachstumsdynamik in allen Warengruppen. Einzig für den Küchenbereich prognostiziert das IFH Köln ein marginales Wachstum von 1,0 Prozent.

Die bloßen Zahlen lassen für das vorangegangene Jahr sowie das kommende Jahr wenig Euphorie versprühen. Positiv ist zu erwähnen, dass die derzeit schwierige Marktsituation, im Kontext eines nach wie vor sehr hohen Niveaus stattfindet. Damit der Möbel- und Küchenhandel endlich wieder anziehen kann, ist es eminent wichtig, dass endlich der Wohnungsbau in Fahrt kommt. Da es sich bei der Branche um eine nachgelagerte Branche handelt, ist diese stark von den Zahlen im Bausektor abhängig. Wichtig ist hierbei erheblich mehr Tempo voranzubringen. Denn die Implikationen der Situation des Wohnungsbaus, schlagen sich erst mit Verzögerung auf die Möbel- und Küchenbranche nieder.

Genauso wird eine Entspannung der Situation erst mit einem gewissen Nachgang bei den Händlern durchdringen. Von daher sei es jetzt von großer Bedeutung, dass die Politik hier handelt, so der BVDM. Des Weiteren wird es wichtig sein, ob sich die Inflation auf dem derzeit niedrigen Niveau stabilisiert. Allerdings sei dies aufgrund der dynamischen und labilen Situation auf dem Energiemarkt schwierig abzusehen. Hinzu kommen politische Vorgaben aus Berlin und Brüssel. So habe beispielweise das angekündigte Gebäudeenergiegesetz zu einer starken Konsumzurückhaltung geführt. „Parallel werden die Hersteller und Händler mit immer neuen bürokratischen Hürden wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, die entwaldungsfrei Lieferkette Verordnung, das Recht auf Reparatur sowie die Zahlungsverzugsverordnung konfrontiert. Allgemein lässt sich sagen, dass die Politik gefragt ist wieder stabile Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Konsumlaune der wieder steigt.“

BVDM-Präsident Markus Meyer zu den Zukunftsaussichten in diesem Jahr: „Ich rechne in den kommenden Monaten mit einer besseren Konsumlaune der privaten Haushalte. Eine sinkende Inflationsrate sowie die erwartete Zinswende sollten den privaten Konsum wieder ankurbeln, da dadurch das Sparen wieder unattraktiver wird. Wenn die Bundesregierung ihre Hausaufgaben in Bezug auf den Wohnungsbau und Entbürokratisierungsmaßnahmen macht, bin ich zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr mit einer leichten Verbesserung gegenüber 2023 abschließen können. Dafür müssen aber alle Parameter stimmen.“