Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz

2020 bescherte den Mitgliedsunternehmen Höhen und Tiefen

Das Corona-Jahr 2020 bescherte auch den Unternehmen im Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz (Heimtex-Verband, ViS, Matratzenverband) starke Schwankungen im Geschäftsverlauf. Nach einem guten Jahresauftakt führte der erste Lockdown zu erheblichen Umsatzeinbußen. So hatten die Matratzenhersteller im zweiten Quartal mit einem Minus von 20 Prozent und Teppichbodenproduzenten von 30 Prozent zu kämpfen. Moderater fiel der Rückgang mit rund sieben Prozent beim innenliegenden Sicht- und Sonnenschutz und rund acht Prozent bei Bettwaren aus.

Nach dem Lockdown profitierten die Unternehmen von Nachholeffekten, so dass sie die Einbußen in einem starken dritten Quartal nahezu wieder wettmachen konnten. Bettwaren legten um acht Prozent zu und Matratzen um 13 Prozent. Nicht profitieren von den Nachholeffekten konnten die objektlastigen Produkte, allen voran der textile Bodenbelag. Auch der Objektsonnenschutz war sowohl von den ausgesetzten Bauprojekten als auch der Materialverknappung betroffen.

Von der Verknappung der notwendigen Vormaterialien waren im vierten Quartal auch die Matratzenproduzenten stark betroffen. Sie führte dazu, dass die gestiegene Nachfrage nicht in vollem Umfang bedient und Aufträge nicht in der gewohnten Frist abgewickelt werden konnten. Gleichzeitig führte der Mangel an Schaum und Federkernen zu Preissteigerungen.

Auf das ganze Jahr 2020 gesehen fällt die Bilanz der Mitgliedsunternehmen verhalten positiv aus. Bei den Heimtextilien zählen Bettwaren/Steppdecken im Inlandsgeschäft zu den alleinigen Gewinnern des Jahres mit einem leichten Umsatzplus von rund drei Prozent, Teppichboden landet dagegen mit einem Minus von 25 Prozent wieder auf dem letzten Platz. Bei Dekostoffen ist ein neuer Trend erkennbar: Erstmalig haben sie die Möbelstoffe anteilmäßig überholt. Gleichzeitig konnten sie ihr Minus von zehn Prozent in 2019 um mehr als drei Prozentpunkte auf Minus sechs Prozent verringern. Das Exportgeschäft der Heimtextilien ist insgesamt um rund ein Viertel eingebrochen.

Die Matratzenhersteller verzeichneten 2020 einen nur leichten Umsatzrückgang von rund zwei Prozent bei gleichzeitigem Absatzminus von rund zehn Prozent. Dies ist ein Indiz dafür, dass höherwertige Produkte gekauft werden. Darauf deutet auch das positive Ergebnis von Latex hin. Das Material konnte der allgemeinen Rohstoffverknappung trotzen und bei Absatz und Umsatz deutlich zulegen. Unterfederungen haben im Gesamtjahr bei Absatz und Umsatz Gewinne eingefahren, Topper hingegen wurden weniger verkauft.

Beim innenliegenden Sicht- und Sonnenschutz waren Plissee/Wabenplissee 2020 die umsatzstärksten Produktgruppen, die sich im Vergleich zu 2019 positiv entwickelt haben: So betrug das Umsatzplus von  Wabenplissees knapp unter 15 Prozent und das von Plissees bei rund sechs Prozent. Rollos und Jalousien zählen bei Absatz und Umsatz zu den Verlierern. Über alle Produktgruppen konnte der Umsatz um rund drei Prozent gesteigert werden.

 

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