Der Möbel- und Küchenfachhandel schloss 2011 mit einem Umsatzplus von 2,5 bis 3 Prozent ab.

BVDM

2011 legte der Möbel- und Küchenfachhandel um bis zu drei Prozent zu

Sehr zufrieden blickt der deutsche Möbel- und Küchenfachhandel auf das vergangene Jahr zurück. Wie der BVDM-Hauptgeschäftsführer Thomas Grothkopp anlässlich der heutigen "imm cologne"-Pressekonferenz erklärte, konnte 2011 mit einem Umsatzplus von 2,5 bis 3 Prozent abgeschlossen werden. "Die Eurokrise wirkte sich wider Erwarten positiv auf den Möbelumsatz aus. Viele Konsumenten investieren in die eigenen vier Wände und in ein schönes Zuhause anstatt in Aktien und Wertpapiere", so Thomas Grothkopp. Das hochgerechnete Umsatzergebnis beträgt 30,4 Mrd. Euro (inkl. Mehrwertsteuer). Hierin inbegriffen sind auch Fachsortimente, Heimtextilien sowie Tisch- und Küchenaccessoires im Volumen von 6 Mrd. Euro.

Das Jahr 2011 fing im ersten Quartal mit einem Umsatzzuwachs von mehr als 4,5 Prozent sehr gut an. Im zweiten Quartal wurde ein Plus von 3,7 Prozent realisiert. Dies entspricht einem Zuwachs von 4,1 Prozent im ersten Halbjahr. Im dritten Quartal stiegen die Umsätze wieder um plus 4,5 Prozent an, obwohl in diese Zeit die eigentlich traditionell eher umsatzschwachen Ferien- und Hauptreisemonate fallen. Bis einschließlich Oktober betrugen die Umsätze plus 4,2 Prozent gegenüber Vorjahr. Seit dem Sommer 2011 sei der Umsatz etwas zurückgegangen, so Grothkopp. Als Grund dafür nannte der BVDM-Hauptgeschäftsführer, dass es doch eine gewisse Verbraucher-Verunsicherung aufgrund der Krise gab. "Diese war und ist jedoch lange nicht so stark, wie zunächst befürchtet wurde."

Nach wie vor gibt es im Möbel- und Küchenhandel eine große Bandbreite an Vertriebsformen - vom Mitnahmemarkt über das spezialisierte Fachgeschäft bis hin zum großen Wohnkaufhaus. "Dank starker Einkaufsverbände, zu denen rund 80 Prozent aller Handelsbetriebe mit 60 Prozent Umsatzanteil gehören, können in dieser Branche auch kleinere und mittlere Unternehmen erfolgreich existieren", betonte Thomas Grothkopp. Nur ein Viertel des Umsatzes macht der SB-Bereich aus, einschließlich des geringfügigen Anteils der branchenfremden Vertriebswege wie Lebensmitteldiscounter und Baumärkte für den Bereich der Klein- und Mitnahmemöbel. Allerdings nimmt die Konzentration immer weiter zu. Die drei umsatzstärksten Unternehmen erwirtschaften zusammen bereits rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Flächen im Möbelhandel nehmen in den letzten Jahren etwas weniger zu, wachsen aber immer noch weiter. Insgesamt verfügt er über 22 Mio. qm Verkaufsfläche.

Gegliedert in die Sortimentsbereiche, sind Küchenmöbel mit 28 Prozent Umsatzanteil weiterhin die stärkste Warengruppe, gefolgt von Polstermöbeln mit 18 Prozent sowie Schlaf- und Wohnzimmern mit jeweils 12 Prozent. Neben den großen Wohnkaufhäusern zählen auch die spezialisierten Fachgeschäfte zu den Gewinnern der Branche. Im Küchenhandel werden über 40 Prozent des Absatzes von Spezialhäusern und Fachmärkten erwirtschaftet.

Die Möbel-, Küchen- und Einrichtungsbranche umfasst aktuell ca. 9.200 Unternehmen. Das entspricht einem geringen Rückgang von einem Prozent. Die Zahl der Beschäftigten sank um ein Prozent auf 100.000. Der neue Ausbildungsberuf der Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice hat laut Thomas Grothkopp "erfolgreich seine Probezeit überstanden" und wurde inzwischen dauerhaft als Ausbildungsberuf in das Berufsbildungsgesetz übernommen.

Die Erwartungen des BVDM für 2012 sind verhalten optimistisch. Grund hierfür sind positive Entwicklungen wie Lohnsteigerungen, eine hohe Zahl an erteilten Baugenehmigungen in 2011 und sinkende Arbeitslosenzahlen. Zudem rechnet der Verband damit, dass die "imm cologne" und die LivingInteriors positive Ausstrahleffekte auf die Öffentlichkeit haben und für zusätzliche Kaufimpulse sorgen.

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