Acimall

2010 besser als erwartet

Das Jahr 2010 verlief für die italienischen Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen doch besser als anfänglich erwartet - dies teilte jetzt der Acimall, italienische Verband für Holzbearbeitungsmaschinen, mit. Die Produktion italienischer Holzbearbeitungstechnologien erwirtschaftete im vergangen Geschäftsjahr einen Umsatz von 1.542 Millionen Euro, ein Plus von 25,6 Prozent gegenüber 2009. Der Export stieg mit 1.067 Millionen Euro um 21,7 Prozent, die Importe lagen bei 182 Millionen, ein Wachstum um 48 Prozent. Die Handelsbilanz beläuft sich auf 882 Millionen Euro, 17,4 Prozent mehr als 2009.

Laut Acimall hat also auch in Italien der vorhergesehene Aufschwung statt gefunden. Wobei nicht vergessen werden darf, dass das verhältnismäßig gute Jahr 2010 die Verluste aus 2009 nur teilweise ausgeglichen hat und die gesamte Branche erst bei rund 75 Prozent des Umsatzes aus den starken Jahren vor der Wirtschaftskrise angelangt ist. Dennoch waren die Folgen des Einbruchs weniger schlimm als befürchtet: Nur wenige Unternehmen sind Konkurs gegangen, einige wurden von Marktbegleitern übernommen. Und die breite Masse konnte die Durststrecke durch den Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel überwinden. Sehr wichtig war für die italienischen Hersteller vor allem der Binnenmarkt, der deutlich wieder angezogen hat. Und auch die staatliche Förderung "Tremonti ter", die viele verarbeitende Betriebe in Italien in Anspruch genommen haben.

Die Importe kommen inzwischen vermehrt aus China, dennoch bleiben Deutschlands Holzbearbeitungsmaschinenhersteller Hauptimporteur Nr. 1. "Made in Germany" ist in Italien hochgeschätzt und der Verband gibt selber an, dass die Italiener den Deutschen nicht das Wasser reichen können, wenn es um Spitzentechnologien geht.

Bei den Exporten wirken sich inzwischen die Bemühungen und Investitionen im indischen Markt sehr positiv aus. Rund 30 Millionen Euro wurden dort 2010 umgesetzt, 2009 waren es 8,2 Millionen Euro. Vergleichbare Ergebnisse kommen aus der Türkei (30 Millionen Euro im Jahr 2010, 19 Millionen im Jahr 2009). Spanien ist mit 40 Millionen Euro, gegenüber 2009 ein Plus von 16 Prozent, noch zögerlich. Positiver sind die Ergebnisse in den USA, während 2009 Maschinen im Wert von 32 Millionen Euro dorthin geliefert wurden, waren es 2010 Produkte für 40 Millionen Euro. Russland hat sich erholt und kaufte für 49 Millionen Euro in 2010 (2009: 34 Millionen) und Europa setzt mit den Zugpferden Frankreich und Deutschland weiterhin positive Zeichen.

Auch im ersten Quartal hat sich dieser Aufwärtstrend fortgesetzt, allerdings nicht ganz gleichmäßig. Den Unternehmen, die die Krise gut überstanden haben und wieder Umsätze wie im Jahr 2007 erzielen, stehen andere Unternehmen gegenüber, die nach wie vor schwer unter der Krise leiden ? sei es aufgrund der Krise des Binnenmarktes, sei es aufgrund einer schwerfälligen Erholung der traditionellen Märkte. Eine schwierige Situation vor allem für Kleinstbetriebe, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügen, um gegen die momentan sehr dynamischen Märkte in Asien und Südamerika anzugehen.

Die regelmäßige, branchenumfassende statistische Umfrage von Acimall zeigt einen Anstieg der Bestellungen von Holzbearbeitungstechnologien von 20,4 Prozent Vergleich zum Vorjahreszeitraum in 2010. Die Preise sind seit Beginn des Jahres leicht angestiegen.

Die qualitative Auswertung durch Acimall gibt Aufschluss über mögliche Entwicklung der nahen Zukunft: 44 Prozent der Befragten erwartet einen positiven Produktionstrend, 40 Prozent gehen von einer unveränderten Produktion, nur 16 Prozent von einem Rückgang aus.

Rund 64 Prozent rechnen mit einer gleich bleibenden Beschäftigungslage, 28 Prozent befürchten eine Schwächung, acht Prozent ist von einem Anstieg überzeugt. Die Lagerbestände schätzen 72 Prozent als gleich bleibend ein, 16 Prozent geht von einem Rückgang, zwölf Prozent von einem Wachstum aus. Die Hoffnung liegt eindeutig beim Export, 44 Prozent der Befragten gehen von einer Besserung der Auftragslage aus, 48 Prozent erwarten eine Stagnation, acht Prozent einen Rückgang. Pessimismus hingegen kennzeichnet die Erwartungen für den Binnenmarkt, für den 20 Prozent der Befragten einen Rückgang, 76 Prozent eine Stagnation und nur vier Prozent ein Wachstum erwarten.

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