Freut sich um neue Rekorszuwächse, sieht aber auch ernste Probleme für die Zukunft: MHK-Vorstandschef Werner Heilos.

MHK Group

180,9 Mio. Euro für die Mitglieder

Ein Rekordjahr mit 16,4 Prozent Umsatzplus auf 8,914 Mrd. Euro resümierte heute die MHK Group im Rahmen eines Pressetags – diesmal in Frankfurt und losgelöst von der aufs nächste Jahr verschobenen Jahrestagung. Ein Topergebnis für 2021, nachdem schon 2020 über 15 Prozent Zuwachs eingebracht hatte. Grund ist zum einen der Mitgliederzuwachs auf europaweit 3.633 Unternehmen (+ 161). Allein zwei Drittel der Newcomer gehen auf das Konto der Sanitärspezialisten von Interdomus, laut MHK-Vorstandschef Werner Heilos der mitgliederstärkste und wohl auch umsatzkräftigste SHK-Verbund in Deutschland. Etwa 60 neue Standorte erweiterten die Gruppe der Küchenspezialisten. Daneben verstärken weiter der Deutsche Wohnbauverbund und die jüngste Gruppierung der Top Malermeister Deutschland die „Kraft der Gemeinschaft“.

Darüber hinaus konnte die MHK Group im Ausland Erfolge verzeichnen. Zwar kamen außerhalb Deutschlands nur 12 neue Mitglieder dazu, doch konnte der Bruttoumsatz der insgesamt 1.082 Gesellschafter um 18,5 Prozent auf 2,99 Mrd. Euro gesteigert werden. Besonders erfolgreich waren die Niederlande (mit 20% Umsatzplus), Belgien und Österreich, neben Großbritannien, Schweiz und Spanien.

Hierzulande lag der Umsatz bei 15,5 Prozent über dem Vorjahr, bei einem Gesamtvolumen von 5,924 Mrd. Euro. Wobei auch der Durchschnittswert der verkauften Küchen erneut angehoben werden konnte: auf jetzt 15.147 Euro (+ 3,83%) bzw. 8.988 Euro bei Reddy (+6,32%). Der anhaltende Nachfrageboom und die Null-Zins-Strategie der Europäischen Zentralbank haben den Handels- und Handwerkspartnern zwar auch 2021 in die Karten gespielt, doch konnten sie immerhin das durchschnittliche Marktniveau übertreffen, wie Heilos betonte. Entsprechend großzügig fällt die Ausschüttung an die Mitglieder in Höhe von insgesamt 180,9 Mio. Euro (+ 20,0 Prozent) aus.

Gleichwohl wächst die Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Entwicklung. „Der Ausblick war noch nie so schwierig“, bemerkte dazu Werner Heilos. Noch sind die Auftragsbestände hoch, jedoch sinke bereits die Frequenz im Küchenhandel. Bremsende Faktoren sind die  Inflation, die womöglich noch weiter steigenden Preise sowie eine eingetrübte Konsumstimmung durch den Ukraine-Krieg. Die Hoffnung bleibt, dass die Käuferschaft angesichts niedriger Zinsen weiterhin in Sachwerte investiert. „Wie wir 2022 durchs Ziel gehen, wird von unseren Industriepartnern abhängen“, erklärte Heilos und verwies damit auf die anhaltende Lieferproblematik, die nicht zuletzt die Margen der Küchenhändler derzeit belastet. Doch nicht Konfrontation, sondern Kooperation führe hier zu echten Lösungen. „Ich glaube, dass wir wieder auf das All-time-high kommen – oder sogar besser abschneiden,“ vertraut der MHK-Vorstandschef weiterhin auf die Synergien der großen Gemeinschaft.

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