Forte

Mit Rückenwind durch den Sturm

Aufgeräumt wie immer zog der deutsche Forte-Chef Joachim Stock eine positive Bilanz der M.O.W. 2024. Vielleicht sogar noch etwas aufgeräumter als sonst. Denn Forte ist aufgrund der Marktverwerfungen in Deutschland

Foto: Sascha Tapken

Aufgeräumt wie immer zog der deutsche Forte-Chef Joachim Stock eine positive Bilanz der M.O.W. 2024. Vielleicht sogar noch etwas aufgeräumter als sonst. Denn Forte ist aufgrund der Marktverwerfungen in Deutschland derzeit wieder sehr gefragt. „Wir haben das Gefühl, dass die Handelskonzerne derzeit verstärkt auf die großen Industriepartner zugehen, um die aktuellen Probleme zu lösen“, diagnostiziert Stock. „Die Kunden schätzen es, dass wir ein One-Stop-Shop sind.“

Stock sieht eine weitere Konzentrationswelle auf die Branche zukommen. Forte stellt sich bewusst darauf ein, denn in einem gesättigten oder gar schrumpfenden Markt ist Wachstum in erster Linie nur durch Verdrängung möglich. „Das wird so kommen, zumal sich die Rahmenbedingungen für Möbel mittelfristig kaum ändern werden“, sagt Stock.  Für Fortes Stärke und Zuverlässigkeit spricht nach Stocks Einschätzung  auch die Unabhängigkeit durch die konzerneigene Spanplattenproduktion Tanne.

Der Generationswechsel von Maciej Formanowicz zu seiner Tochter Maria Florczuk ist reibungslos verlaufen. Der Grandseigneur der polnischen Möbelindustrie ließ es sich zwar nicht nehmen, der M.O.W. einen Besuch abzustatten – schließlich ist er Aufsichtsratsvorsitzender –, aber Maria Florczuk steckt bereits mitten im operativen Geschäft. Als Nächstes steht die Sortimentsstruktur auf dem Programm. Als internationaler Player muss Forte verschiedene Geschmackswelten abdecken, was ein intelligentes Produktmanagement erfordert, das sowohl interne als auch externe Designkompetenz steuert.

Während die Aktiengesellschaft zuletzt negative Zahlen vermelden musste, entwickelt sich das Deutschlandgeschäft, das über 40 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, im Vergleich zum Vorjahr positiv – nicht zuletzt, weil große (deutsche) Konkurrenten schwächeln oder bereits vom Markt verschwunden sind. Die Größe des Giga-Konzerns ist für Forte natürlich ein Thema, denn Größe bedeutet auch Abhängigkeit. „Aber wir haben die Konstellation im Griff“, sagt Stock, zumal Forte auch mit Begros nach einer kurzen Phase der Unstimmigkeiten wieder im Geschäft ist. Auch die Partnerschaft mit Otto läuft bemerkenswert gut, es zahlt sich aus, dass sich Forte frühzeitig auf die besonderen Bedürfnisse des Online-Handels eingestellt hat.

Langfristig sei auch der Standortfaktor entscheidend, betont Stock. Polen sei gegenüber Deutschland im Vorteil. Über drei Prozent Wirtschaftswachstum sprechen für sich, die Steuerbelastung ist im Schnitt zehn Prozent niedriger als in Deutschland. Es gibt einen Energiemix inklusive Kernenergie, der einerseits Planungssicherheit bietet und andererseits zu niedrigen Strompreisen führt. Fachkräfte sind verfügbar und gut ausgebildet. Nicht umsonst sucht Miele einen Standort in Polen.

Auf der gerade zu Ende gegangenen M.O.W. setzte Forte nicht nur beim Design, sondern vor allem bei der Montage Akzente. „EasyKlix by Forte“ heißt ein geradezu revolutionäres und vorerst exklusives Montagesystem, mit dem sich Korpus und Türen ohne Werkzeug und Schrauben zusammenfügen lassen. Da dürfte selbst Ikea aufhorchen.

Weiter geht es mit Einzelterminen im Januar 2025 – schließlich werden durch die angekündigten Messen von Bega und MCA viele Händler in der Region erwartet. Im April wird dann vom 1. bis 3. April zu den ostwestfälischen Partnertagen geöffnet. „Und im Prinzip sind wir immer da, denn in unserem Showroom können wir immer öffnen, wenn Kunden in der Region sind“, sagt Stock.