Möbelindustrie Westfalen-Lippe

Kompromiss über verlängerte Arbeitszeiten erzielt

Nach der Kündigung der Tarifverträge durch die Arbeitgeberverbände wurde gestern für die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie Westfalen-Lippe ein Kompromiss im Hinblick auf die Flexibilisierung der Arbeitszeiten erzielt. Nach 20-stündiger Schlichtungsverhandlung

Nach der Kündigung der Tarifverträge durch die Arbeitgeberverbände wurde gestern für die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie Westfalen-Lippe ein Kompromiss im Hinblick auf die Flexibilisierung der Arbeitszeiten erzielt. Nach 20-stündiger Schlichtungsverhandlung mit den Arbeitnehmervertretern lautet das Ergebnis nun: Öffnung für verlängerte Arbeitszeiten um bis zu 130 Stunden p.a. mit oder ohne Lohnausgleich im Rahmen firmenbezogener Tarifverträge. Im Gegenzug sei den Arbeitnehmern eine Beschäftigungsgarantie zuzusichern. Darüber hinaus soll ein Tarifvertrag zur Altersversorgung mit sozialversicherfreier, also kostenneutraler Umsetzung festgesetzt werden.
Bei den gestrigen Verhandlungen in Hannover sei ein wesentlicher Beitrag zur Senkung der Kosten und somit zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit erreicht, betont Dr. Lucas Heumann als Hauptgeschäftsführer der regionalen Arbeitgeberverbände. Denn faktisch sei es nun möglich, die Wochenarbeitszeit im Schnitt von 35 auf rund 38 Stunden ohne Zuschläge zu erhöhen. Eine Zusammenfassung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wie von Arbeitgeberseite gewünscht, wurde hingegen wieder fallen gelassen. Hier gilt der entsprechende Tarifvertrag nun bis 31. 10.2010 weiter. Die endgültige Entscheidung über den Kompromiss wollen die Arbeitgeberverbände schon am 18. November treffen, auch wenn die im Schlichtungsspruch vereinbarte Erklärungsfrist noch bis zum 9. Dezember läuft. Die nächste Lohnrunde erfolgt im übrigen erst im April nächsten Jahres.