Interior-KI-Summit
„KI wird die Strukturen beschleunigen“
Wie wird Künstliche Intelligenz Industrie und Handel verändern? Welche Chancen bieten sich für die Möbelbranche? Um diese Fragen dreht sich der erste Interior-KI-Summit, der am 21. Februar in der Founders
Wie wird Künstliche Intelligenz Industrie und Handel verändern? Welche Chancen bieten sich für die Möbelbranche? Um diese Fragen dreht sich der erste Interior-KI-Summit, der am 21. Februar in der Founders Foundation in Bielefeld stattfindet. Veranstalter The Wild Goose hat hochkarätige Speaker:innen gewinnen können. Dazu gehört Kamil Braschke von der Codecentric AG.
Ist KI die nächste industrielle Revolution?
Kamil Braschke: „Eine Revolution ist eine Umkrempelung bestehender Systeme, – plötzlich steht die Welt Kopf. Auch wenn man durch Medien und Online-Tumult einen entsprechenden Eindruck von KI (insbesondere LLMs [Large Language Models]) erhalten kann, sehe ich KI-Werkzeuge viel mehr als allgemeinen Enabler und Accelerator für bestehende Technologien und Prozesse. So kann ich wesentlich einfacher alltägliche Aufgaben, die zeitlich aufwändig oder lästig sind, aber in ihrer Fachlichkeit kaum eine Herausforderung darstellen, an KI-basierte Lösungen abgeben. Dadurch habe ich mehr Zeit, mich auf jene Probleme zu fokussieren, die meine fachliche Expertise erfordern. Dies bedeutet für mich eine Steigerung der Zufriedenheit mit der Arbeit und damit einhergehend auch eine natürliche Erhöhung der Effizienz. Gleichzeitig wird es einfacher, sich in neue Themen oder Technologien einzuarbeiten, da man mit den großen Sprachmodellen wie z.B. ChatGPT letztlich einen privaten Lehrer erhält. Es lässt sich also abschließend sagen, dass KI die Strukturen der Branchen, in denen sie eingesetzt wird, nicht komplett über den Haufen werfen, sondern sie stattdessen entschlacken und beschleunigen wird.“
Wie kann die Technologie speziell die Interior-Branche im Marketing und Vertrieb unterstützen?
Kamil Braschke: „LLMs würden sich durch ihr natürliches Sprachverständnis besonders für den Erstkontakt mit Kunden eignen. Durch eine gezielte Anbindung von Datenbanken in den Workflow von LLMs können diese mit intelligentem Prozess-Management gekoppelt werden und z.B. über Lieferbarkeit oder den Lieferstatus informieren. Nutzende können auch Bilder von Wunschräumen/-einrichtungen an die KI übergeben und mittels geeigneter Vision-Modelle und vereinheitlichter Datenbanken passende Vorschläge aus dem bestehenden Sortiment erhalten. Zusätzlich können geeignete LLM-Frontends dafür sorgen, dass auch technisch weniger affine Menschen mit modernen Technologien auf natürliche Weise interagieren können.“
Können Sie uns dafür ein paar Best-Practice-Beispiele nennen?
Kamil Braschke: „KI hat ihren Ursprung in der Data Science und ist damit eine stark datengetriebene Technologie. Daher ist es wichtig, gut aufgebaute Datenbanken und Prozesse zu haben und sie auch zu pflegen. Dies bedeutet beispielsweise, dass klar definierte Schnittstellen vorliegen müssen und dass einheitliche Formate verwendet werden.“
Welche weiteren Anwendungen können Sie sich für die nahe Zukunft vorstellen?
Kamil Braschke: „Der nächste logische Schritt nach den Produktvorschlägen auf Basis einer Fotovorlage wäre ein dreidimensionaler Entwurf der Möbelstücke mit Platzierung im Raum. NVIDIA hat bereits mehrere Paper veröffentlicht, die zeigen, dass sie im Stande sind, auf Grundlage einiger weniger zweidimensionaler Informationen nahezu vollständige dreidimensionale Objekte zu erzeugen. Dadurch könnten sich mögliche Kunden, bereits von zu Hause aus einen sehr guten Eindruck von ihren Wunschmöbeln machen und auch überprüfen lassen, ob diese Möbel für ihre Räumlichkeiten eignen. Außerdem könnten stark datengetriebene Unternehmen oder Verbände mit Hilfe von KI den Bedarf auf dem Markt erfassen und smarte Warenbewegungen schaffen, die den Lagerbestand effizient ausschöpfen und auch vollständige Lieferketten in die Entscheidungen miteinbeziehen.

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