BSH-Chef Dr. Karsten Ottenberg
Keine Bange vor Electrolux und Co.
So wie es aussieht, könnte Electrolux – nach dem Kauf der Gerätesparte von General Electric – demnächst der größte Hausgeräteproduzent weltweit werden. Dennoch lässt sich BSH-Chef Dr. Karsten Ottenberg davon
So wie es aussieht, könnte Electrolux – nach dem Kauf der Gerätesparte von General Electric – demnächst der größte Hausgeräteproduzent weltweit werden. Dennoch lässt sich BSH-Chef Dr. Karsten Ottenberg davon nicht aus der Ruhe bringen: "Das ist für uns keine Gefahr. Das ist die Veränderung eines Wettbewerbs in einer Industrie, die auch unter Konsolidierungsdruck kommt", wird er via Reuters zitiert.
Tatsächlich steht der globale Markt für Weiße Ware inzwischen heftig unter Druck. Gegenüber dem rasanten Vorpreschen der Asiaten wie Haier, Samsung, LG und Panasonic (alle jetzt auch in Deutschland) gerieten italienische Anbieter wie Indesit oder das spanische Unternehmen Fagor in die finanzielle Schieflage. Auch wenn sich mit der Übernahme durch Whirlpool im Fall Indesit bzw. die CNA Gruppe (Cata) für Fagor jeweils eine Lösung fand. Doch die Zukunft von anderen Unternehmen steht ebenfalls in Frage.
Die jüngste Umsatzbilanz weist für die BSH 10,5 Mrd. Euro aus. Electrolux/GE kommt etwa auf 17,4 Mrd. Euro und Whirlpool auf 12,28 Mrd. Euro, wobei sich zu diesen demnächst rund 2,67 Mrd. Euro durch die Indesit-Beteiligung addieren. Zu ergänzen ist, dass ein Ranking mit asiatischen Mischkonzernen schwierig ist, da die Einzelsparten nicht einzeln ausgewiesen werden. So bezeichnet sich der chinesische Konzern Haier als Nummer 1 im Hausgerätegeschäft, doch im Gesamtumsatz von 21,5 Mrd. Euro sind auch andere Sparten wie Unterhaltungselektronik sowie mobile Kommunikations- und Energielösungen enthalten.
Ottenberg selbst plant keine Übernahmen, sondern will den BSH-Erfolg aus eigener Kraft pushen. In Europa sei der Konzern auf einem guten Weg, 30 Prozent Marktanteil zu erlangen. Und der Ehrgeiz ist enorm: In den kommenden zehn Jahren will er den Umsatz auf 20 Mrd. Euro verdoppeln und damit in die Weltspitze vordringen. Kein weiteres Statement gab er hingegen zum möglichen Verkauf von Siemens an die Schwester Bosch ab.
In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen heute außerdem durch die Rückrufaktion von Siemens-Wäschetrocknern.

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