Pfleiderer
Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz Gruppe übernommen
Knapp ein halbes Jahr, nachdem Pfleiderer zum ersten Mal Interesse an den Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz-Gruppe bekundete, ist die Übernahme unter Dach und Fach: Am vergangenen Freitag unterzeichneten beide Seiten einen
Knapp ein halbes Jahr, nachdem Pfleiderer zum ersten Mal Interesse an den Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz-Gruppe bekundete, ist die Übernahme unter Dach und Fach: Am vergangenen Freitag unterzeichneten beide Seiten einen entsprechenden Vertrag. Wenn jetzt die Kartellbehörden der relevanten Märkte ebenfalls zustimmen, mausert sich Pfleiderer mit einem Schlag zum "Holzwerkstoff-Gigant", insbesondere im Segment der Laminatfußböden. Denn die Kunz Gruppe produziert derzeit allein in Deutschland an den Standorten Ebersdorf und Gschwend rund 750.000 m3 Rohspan sowie in Baruth etwa 450.000 m3 MDF/HDF. Die 100-prozentige Tochtergesellschaft Uniboard Canada Inc. aus Laval in der Provinz Quebec fertigt an neun Standorten Rohspan, MDF, Laminatfußboden und oberflächenbeschichtete Holzwerkstoffe, erwirtschaftet so zwei Drittel des Gesamtumsatzes im Holzwerkstoffbereich von Kunz. Zudem besetzt Uniboard in Nordamerika bereits seit vielen Jahren eine führende Marktposition.
Im Rahmen eines Share-Deals erwirbt Pfleiderer sämtliche Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz Gruppe aus Unterensingen in Deutschland, Kanada und den USA. Diese erzielten im vergangenen Geschäftsjahr bei einem weltweiten Umsatz von rund 556 Mio. Euro ein EBITDA von knapp 85 Mio. Euro bei 1.800 Mitarbeitern. Zusätzlich dazu übernimmt die Pfleiderer AG eine Minderheitsbeteiligung der Classen Gruppe am MDF-Werk Baruth. Wie bereits im Vorfeld der Übernahme von der Kunz Gruppe bekannt gegeben, gehören die Folien- und Dekoraktivitäten von Kunz in Deutschland (W.K.P. Württembergische Kunststoffplattenwerke GmbH & Co. GmbH) und Kanada (CDM Decor Papers, Inc.) nicht zu der Transaktion. Der Kaufpreis aller erworbenen Anteile beträgt in Summe rund 212 Mio. Euro, hinzu kommen Bank- und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von netto etwa 267 Mio. Euro. Die Anteile gehen mit Wirkung zum 1. Januar 2005 auf Pfleiderer über.
Nach der endgültigen Zusammenführung strebt der Vorstand von Pfleiderer im Geschäftsjahr 2006 ein Umsatzvolumen von 1,4 Mrd. Euro und EBITDA von über 200 Mio. Euro an. Die sieben bestehenden Produktionsstandorte in Deutschland und Polen der Pfleiderer AG steuern dazu knapp 760 Mio. Euro bei. Bis zum Jahresende nimmt auch das neu errichtetete Holzwerkstoff-Werk im russischen Novgorod seine Tätigkeit auf.
"Nach der gelungenen Übernahme der Kunz Gruppe und dem erfolgreichen Start unseres neuen Werkes in Russland wollen wir schon bald knapp 30 Prozent unseres Umsatzes in Nordamerika und einem ebenso hohen Anteil in Osteuropa erzielen. In diesen Märkten erwarten wir nicht nur eine dynamischere Marktentwicklung, sondern auch deutlich höhere Margen als in Deutschland," erläutert Vorstandssprecher Hans H. Overdiek den Weg von Pfleiderer zu neuem Wachstum und weiterer Stärkung der Ertragskraft.

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