Wasa verärgert Händler

Factory-Outlet-Store bei München

In Erklärungsnot: Wasa-Inhaber Heino von Rantzau. An seinen selektiven Handelspartnern vorbei wird Wasa am 3. August 2002 einen Factory-Outlet-Store in Heimstetten bei München eröffnen. Auf 1.100 qm soll sich die

In Erklärungsnot: Wasa-Inhaber Heino von Rantzau. An seinen selektiven Handelspartnern vorbei wird Wasa am 3. August 2002 einen Factory-Outlet-Store in Heimstetten bei München eröffnen. Auf 1.100 qm soll sich die hochwertige Massivholz-Kollektion in kompletter Bandbreite von Küchen bis Kinderzimmer darstellen – reduzierte Sonderposten inklusive. "Wir haben bewusst diese bislang noch weiße Region als Standort gewählt. Außerdem stammt immerhin ein Fünftel der 250 Anfragen, die uns täglich übers Internet erreichen, aus diesem geografischen Raum. Nachfrage ist also da", so von Rantzau.
Erste Erfahrungen im Direktvertrieb sammelte das Wasa-Team bereits am Produktionsstandort Waldfischbach, wo seit über 10 Jahren fehlerhafte Waren an Endverbraucher abgegeben werden. Der Store in Heimstetten soll innerhalb eines Jahres 500.000 Euro zum Gesamt-Umsatz beitragen. In zwei Jahren hofft von Rantzau den Anteil auf eine Mio. Euro zu verdoppeln.
Um frei agieren zu können, hatte Wasa zuvor seine letzte Verbands-Mitgliedschaft – bei der ProÖko Servicegesellschaft ökologischer Einrichtungshäuser mit 85 Händlern bundesweit – gekündigt. Zum Direktvertrieb von Wasa äußert sich Pro-Öko-Geschäftsführer Johannes Genske kritisch: "Das Factory-Outlet-System bedeutet praktisch eine Reduzierung des Angebotes für den Kunden. Zwar kann er möglichst viele Möbel an einem Ort sehen, aber eben nur von einem Hersteller, mit einer erkennbaren formalen Handschrift. Letztendlich heißt das: Monotonie. Unklar ist uns auch, wie der so genannte After-Sales-Service gewährleistet sein soll über eine Distanz von mehreren Hundert Kilometern. Diese Betreuung mit allen Extra-Leistungen rund ums natürliche Wohnen kann nur der lokale Fachhandel dem Kunden bieten. Und wenn Wasa in seinem Factory-Outlet wie angekündigt bis zu 20% Nachlass auf Neuware geben wird, wird der Fachhandel dies nicht mehr akzeptieren können und Alternativ-Produkte plazieren."