Hertie

Einstellung des Geschäftsbetriebs beschlossen

Seit heute ist es amtlich: Hertie muss seinen Geschäftsbetrieb einstellen. Das wurde auf der heutigen Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Hertie GmbH auf Vorschlag des Insolvenzverwalters, Dr. Biner

Seit heute ist es amtlich: Hertie muss seinen Geschäftsbetrieb einstellen. Das wurde auf der heutigen Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Hertie GmbH auf Vorschlag des Insolvenzverwalters, Dr. Biner Bähr, beschlossen. Betroffen sind davon alle 54 Warenhäuser sowie die Unternehmenszentrale.
Die Gründe nach Angaben des Unternehmens: Die Eigentümerin der Mehrheit der Hertie-Immobilien, Dawnay Day, verweigerte Investoren, die zur Übernahme des Unternehmens bereit sind, marktübliche langfristige Mietkonditionen. Bei den Investoren handele es sich um erfahrene Handelsexperten, die mit einem überzeugenden Konzept alle Hertie-Warenhäuser langfristig fortführen und nahezu sämtliche 2.600 Arbeitsplätze erhalten wollen, heißt es heute in einer Medienmitteilung. Mit dem Insolvenzverwalter hatten sie sich bereits Mitte April 2009 auf Eckdaten zur Übernahme von Hertie geeinigt.[page_break]
Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung München hat diese Entwicklung bereits im August 2008 zu Beginn der Hertie-Krise prognostiziert " Das Grundproblem ist neben der heterogenen Standortstruktur die Betriebsform Kauf- und Warenhaus selbst. Die ursprüngliche Positionierung als Vollversorger ist so nicht mehr haltbar. Bei den Hertie-Standorten handelt es sich um extrem heterogene Strukturen, was die Unternehmensgröße zwischen 2.000 und 8.000 qm Verkaufsfläche angeht. Aber auch in Bezug auf die Ortsgröße an den Standorten reicht die Variationsbreite von Husum und Tuttlingen bis hin zu Stadtteilen in Großstädten. Hier eine einigermaßen einheitliche Lösung für potenzielle Investoren zu finden ist unmöglich, insbesondere dann, wenn Rahmenbedingungen wie ein zu hoher Mietansatz weiter bestehen (…)."