Belgien

Fedustria: Erste Anzeichen einer Erholung

Die negative Entwicklung in der belgischen Möbelindustrie des Jahres 2024 hat sich auch im ersten Halbjahr 2025 fortgesetzt. Dennoch blickt Fedustria, der belgische Verband für Textil, Holzverarbeitung und Möbel, zuversichtlich in die Zukunft. Die Möbelindustrie des Landes zeige sich widerstandsfähig und weise erste Anzeichen einer Erholung auf, so der Verband gegenüber MK. „Die Auslastung in der Produktion ist wieder stabil.“

Genau gegenüber dem Atomium, dem Wahrzeichen der Stadt, liegt das Brüsseler Messegelände, auf dem die Meubelbeurs im November 2025 ihre Pforten öffnete. (Foto: Tobias Arhelger / stock.adobe.com)

Anziehungspunkt Meubelbeurs

Die Landeshauptstadt Brüssel war vom 2. bis 5. November 2025 Zentrum der internationalen Möbel- und Einrichtungswelt. Unter dem Motto „Growing Homes“ war es dem Team der Meubelbeurs gelungen, ein wieder ein wichtiges Messe-Event zu kreieren. Mehr als Unternehmen zählte die Ausstellerliste. Durch den Wegfall der Möbelmesse in Köln im Januar 2026 nutzen insbesondere deutsche Hersteller die Chance, sich ihren Fachhandelspartnern aus der Region Benelux zu präsentieren.


Insbesondere deutsche Hersteller nutzen die Chance, sich während der Meubelbeurs ihren Fachhandelspartnern aus der Region Benelux zu präsentieren. (Foto: Meubelbeurs)

Möbelindustrie des Landes weiter unter Druck

Die ersten Monate dieses Jahres sorgten in Belgiens Möbelindustrie für einen Umsatz von 982 Mio. Euro, was einem Minus von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Mit dieser Entwicklung setzt sich der Negativtrend in Deutschlands Nachbarland weiter fort: 2024 verbuchte die Branche einen Gesamtumsatz von 2 Mrd. Euro und sank damit das zweite Jahr in Folge deutlich um 7 Prozent. Dieser anhaltende Abwärtstrend bestätigt, dass der Sektor weiterhin unter Druck steht, sowohl aufgrund der zuvor schwachen Nachfrage im Bausektor als auch aufgrund der vorsichtigen Konsumausgaben.

Umsatzentwicklung der belgischen Möbelindustrie (Grafik: Fedustria)

Der Rückgang war in allen Produktgruppen spürbar. Kein einziges Segment konnte den Abwärtstrend durchbrechen. Büro- und Ladeneinrichtungen (-8,5 %) sowie Matratzen und Bettböden (-17,4 %) waren am stärksten betroffen. Der Umsatz mit Wohnmöbeln verzeichnete einen Rückgang von 2,5 %, und der Umsatz mit Küchenmöbeln sank um 3,5 Prozent

Sinkende Exporte, wachsende Importe

Der Möbelexport des Landes (einschließlich Transit) sank im Jahr 2024 um 1,5 Prozent und verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen weiteren deutlichen Rückgang von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Fast 90 Prozent des Exports gehen in EU-Länder, wohin die Lieferungen um 8,6 Prozent sanken.

Die Möbelimporte stiegen im Jahr 2024 um 3,6 Prozent, gingen jedoch im ersten Halbjahr 2025 um 2,3 Prozent zurück. Nach zwei Jahren des Rückgangs stiegen die Importe aus China im Jahr 2024 um 21,2 Prozent. Diese Entwicklung setzte sich im ersten Halbjahr 2025 ähnlich fort, was zu einem Wachstum von 14,1 Prozent führte. China bleibt mit einem Anteil von 32,7 Prozent der wichtigste Lieferant von Möbeln. Es folgen die Nachbarn Niederlande (Anteil 14,8 %, +1,9%) und Deutschland (Anteil 10,3 %, -14,1%). Nummer vier unter den Möbelimportländern ist Polen (9,1 %, +6,1 %).

Laut Fedustria gab es 2024 in der belgischen Möbelindustrie 667 Firmen und 8.739 Arbeitnehmer.