Domenico Cipolla im Interview
Möbelhäuser? “Nur, wenn ich Hunger habe – und zu Recherchezwecken”
Die Berliner Zeitung hat ihren Standortvorteil genutzt und Home24-CEO Domenico Cipolla am Firmensitz des Online-Möbelhauses in Prenzlauer Berg interviewt. Und da Tageszeitungen naturgemäß bei derartigen Gesprächen nicht die Branchenbrille aufhaben,
Die Berliner Zeitung hat ihren Standortvorteil genutzt und Home24-CEO Domenico Cipolla am Firmensitz des Online-Möbelhauses in Prenzlauer Berg interviewt. Und da Tageszeitungen naturgemäß bei derartigen Gesprächen nicht die Branchenbrille aufhaben, wird frei von der Leber weg gefragt, was zum Teil zu erfrischenden Wortwechseln führt. So etwa, ob er selbst Möbelhäuser besuche. Das tut Cipolla nur, wenn er Hunger habe – "und zu Recherchezwecken". Denn den klassischen Möbelhandel hält er bekanntermaßen für "nicht mehr zeitgemäß". Vor Kurt Krieger, den er nicht persönlich kennt, habe er allerdings "großen Respekt". "Da würde ich sicher eher zuhören, als mir anzumaßen, ihm Ratschläge zu geben", sagt Cipolla. Bisher sei es noch nicht zu einem persönlichen Kennenlernen gekommen, obwohl beide Unternehmensgruppen in Berlin zuhause sind.
Doch auch Kurt Kriegers Lebenleistung kann nichts daran ändern, dass laut Cipolla "Samstage in überfüllten Möbelhausern mit Hüpfburg und drittklassigem DJ" Stress bedeuten.
Dann kommt der CEO auf sein eigenes Business zu sprechen – etwa die Retourenquote, die bei unter zehn Prozent liege. Ein Grund dafür seien auch die hohen Erwartungen an die Lieferanten. "Wir haben ganz strikte Qualitätsstandards. Viele, die gern mit uns zusammenarbeiten würden, lehnen wir ab. Wenn wir sagen, die Ware wird in sechs Tagen geliefert, dann soll das auch so geschehen." Die Hälfte der 180.000 Artikel werde aktuell innerhalb einer Woche geliefert.
Dann fragt die Berliner Zeitung, was Home24 mit der Übernahme von Fashion For Home bezwecken will. Das Sortiment aus "exklusiven Designermöbeln zu sehr günstigen Preisen" habe den Ausschlag gegeben und nicht die stationären Präsenz. "Wir wachsen in unserem Online-Kerngeschäft so stark, dass wir bislang nicht an den Ausbau einer Offline-Präsenz gedacht haben. Nun haben wir sieben Showrooms bekommen, die gut funktionieren. Ob wir das ausbauen oder nicht, ist derzeit kein Thema. Wir wachsen massiv im virtuellen Bereich." Allein in der ersten Jahreshälfte sei der Umsatz um 98 Prozent auf 110 Mio. Euro gewachsen. "Wir wachsen nicht, wir explodieren, während der Gesamtmarkt stagniert." Allerdings vergisst die Tageszeitung auch nicht nach dem Ergebnis zu fragen, das in den ersten sechs Monaten immerhin bei -37 Mio. Euro gelegen habe. Wann die Gewinnschwelle erreicht werden soll? "Sicher nicht erst in fünf oder zehn Jahren."
Ob Rocket Internet angesichts der Zahlen nicht langsam unruhig werde, will die Berliner Zeitung noch wissen und kassiert darauf eine deutliche Antwort: "Es gab nie eine Phase, in der unsere Gesellschafter mit unserer Performance glücklicher waren."
Das gesamte Interview lesen Sie in hier.

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