Durchbruch

Freihandelsabkommen mit Vietnam nimmt konkrete Formen an

Die EU hat sich im Grundsatz mit Vietnam auf ein umfassendes Freihandelsabkommen verständigt. Die nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen erzielte Einigung sieht innerhalb von sieben bis zehn Jahren die Abschaffung nahezu aller

Die EU hat sich im Grundsatz mit Vietnam auf ein umfassendes Freihandelsabkommen verständigt. Die nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen erzielte Einigung sieht innerhalb von sieben bis zehn Jahren die Abschaffung nahezu aller Zölle vor. Außerdem sollen Beschränkungen im Dienstleistungssektor und bei Investitionen aufgehoben werden.

„Der zukünftig deutlich bessere Marktzugang für Produkte beider Regionen wird nicht nur der vietnamesischen Volkswirtschaft neuen Schwung verleihen, sondern vor allem auch dem deutschen Außenhandel neue Impulse geben. Vietnam ist mit seiner stabilen Wirtschaft und seinem guten Bildungssystem nicht nur ein überaus attraktiver Markt, sondern schon jetzt einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands in Asien", erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

Aus Vietnam wurden zuletzt vor allem Mobiltelefone und andere elektronische
Produkte, Bekleidung, Schuhe, Kaffee und Reis in die Europäische Union exportiert. Auch als Beschaffunsmarkt für Einrichtungsgegenstände spielt Vietnam eine immer wichtigere Rolle. War das Land in Südostasien Anfang der Jahrtausendwende als Möbellieferant für Deutschland noch völlig unbedeutend, erlebte die dortige Industrie in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung. Allein in den ersten vier Monaten 2014 nahmen die deutschen Importe von dort um 38 % auf 92,3 Mio. Euro zu. Damit belegt das Land aktuell Platz 11 im Ranking der deutschen Möbellieferländer und ist dabei in die Top 10 aufzusteigen. Aus der EU nach Vietnam werden insbesondere Maschinen, Fahrzeuge, Flugzeugtechnologie sowie Pharmaprodukte ausgeführt.