Einkauf in Österreich

Frauen verdienen ein Viertel weniger als Männer

Für erheblich weniger Geld als ihre männlichen Kollegen arbeiten Frauen in Einkaufsabteilungen österreichischer Unternehmen. Laut einer Studie der Personal- und Change-Management-Beratung Penning Consulting, der auf Einkauf und Supply-Chain-Management spezialisierten Beratung

Für erheblich weniger Geld als ihre männlichen Kollegen arbeiten Frauen in Einkaufsabteilungen österreichischer Unternehmen. Laut einer Studie der Personal- und Change-Management-Beratung Penning Consulting, der auf Einkauf und Supply-Chain-Management spezialisierten Beratung Kerkhoff Consulting und dem Forum Einkauf des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitszentrums (ÖPWZ) liegt das Gehalt der Arbeitnehmerinnen um 26 Prozent unter dem der Männer in gleicher Position. Während Einkäufer durchschnittlich mit einem Bruttojahresgehalt von 68.700 Euro nach Hause gehen, liegen die Frauen im Mittelwert bei 50.600 Euro. Das ist eine Differenz von mehr als 18.000 Euro.
Die Gehaltsschere geht auch in Führungspositionen auseinander. So bekommen Einkaufschefs durchschnittlich 93.100 Euro Brutto im Jahr, während die weiblichen Vorgesetzten 84.300 Euro auf der Abrechnung stehen haben.
Gleichzeitig ist die Quote der Frauen in Einkaufsabteilungen äußerst gering. Sie beträgt nur 17 Prozent und ist damit im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken (2012: 19 Prozent; 2011: 26 Prozent) – und das obwohl fast die Hälfte der Erwerbstätigen weiblich ist. Wenn Arbeitnehmerinnen im Einkauf arbeiten, dann meist auf der Ebene der Sachbearbeiterinnen. 77 Prozent der im Einkauf beschäftigten Sachbearbeiter sind weiblich.
"Frauen verfügen häufig über ausprägte Sozialkompetenzen. Kompetenzen, die heute vor allem im interkulturellen Umfeld und in Verhandlungen benötigt werden – auch auf der Seite des Tisches, auf denen die Einkäufer sitzen", erklärt Stephan Penning, Geschäftsführender Gesellschafter von Penning Consulting. "Österreichische Unternehmen verschenken großes Potenzial, wenn sie sich nicht verstärkt um die Rekrutierung, Entwicklung, Bindung und adäquate Bezahlung weiblicher Fach- und Führungskräfte im Einkauf kümmern."